Auf ein Neues!

2015 ist gleich passé, ist von gestern, ist Vergangenheit und Geschichte. Viel ist passiert in den vergangenen zwölf Monaten. Keine Bange, jetzt kommt nicht der gefühlte siebenhundertelfte Jahresrückblick. Alles übers vergangene Jahr ist schon gesagt, alles bis zum Umfallen abgehandelt, viel kritisiert und auch viel Gutes zerredet. Nicht viel anders verhält es sich mit den Wünschen, vagen Prognosen, Unkenrufen und Prophezeiungen für 2016.

Astrologen haben ihre Vorausschauen für jedes Sternbild inklusive Aszendenten im Kaffeesatz oder der Glaskugel gelesen und ihre Erkenntnisse der YellowPress und ähnlichen Gazetten zum Abdruck gegen Honorar zur Verfügung gestellt. Jeder Publikation selbstverständlich dem Intellekt der jeweiligen Zielgruppe angepasst.

Wetter- und Klimaforscher weisen mit erhobenem Zeigefinger auf gravierende Missstände und Veränderungen in der Natur, bei Temperatur und Polschmelze hin, Botaniker, Zoologen, Biologen warnen intensiv, wenn es um bedrohte Pflanzen- und Tierarten in vielen Regionen der Welt geht.

Veränderungen und Irritationen gibt es auch in Deutschland, in Europa und der westlichen Welt, denn es ruckelt kräftig immer mehr gen rechts. Regierungspolitiker prangern Oppositionspolitiker an und umgekehrt – Ratlosigkeit wechselt sich mit Überheblichkeit ab. Otto und Erna Normalverbraucher fühlen sich mehr und mehr verunsichert wenn nicht sogar veräppelt. Unsere Krankenkassen erhöhen die Beiträge, die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden und die Piloten hecken den nächsten Streik aus. Pegida-Aufmärsche ziehen durch die Straßen der Städte, die AfD sammelt bundesweit Wählerstimmen und beide sind die Rattenfänger unserer modernen Zeit. Flüchtlinge werden zu Streitobjekten und zu Spielbällen der Politik landauf landab, Behörden sind überfordert, klare Richtlinien gibt es nicht. Das Heer der Freiwilligen hilft unermüdlich. Ohne die Menschen müsste das große und reiche Deutschland sich in Grund und Boden schämen und das „wir schaffen das schon-Versprechen“ von Angela Merkel wäre so viel wert, wie ein umgekippter Reissack in China.

Doch wirklich neu ist das alles nicht. Schon in der Antike und auch im Mittelalter gab es ähnliche Probleme und auch die Mahner, Seher und Allwissende, die vieles erkannten, ahnten oder eben nur logisch schlussfolgerten.

Schon der Prophet Nostradamus hat sich bereits zu seiner Zeit zum Jahr 2016 geäußert, sagt man. Er hat auf negative Aktivitäten westlicher Demokratien hingewiesen, die sich in die Politik der arabischen Welt einmischen, Klimakatastrophen vorhergesagt und er kündigte für 2016 Dürren, Stürme, Überschwemmungen und andere schwere Unwetter an. Das meinte er, bereits Mitte des sechzehnten Jahrhunderts aufschreiben zu müssen.

Dann gibt es angeblich auch noch die Palmblatt-Prophezeiungen. In diesen asiatischen Manuskripten liest man angeblich: „Religionen (werden sich) bis zum Juni 2016 grundlegend verändern, und vielleicht sogar auflösen. Die Struktur der großen Glaubensgemeinschaften in Europa, dem Orient und Asien erfährt tiefgreifende Veränderungen, die letztlich zu einer Annäherung der Religionen und einem friedlicheren Miteinander führen wird. In Amerika hingegen werden die Gläubigen auf alten Wahrheiten beharren. Dort kommt es zwischen August und September 2016 zu religiös motivierten bewaffneten Auseinandersetzungen.

In einem Jahr sind wir vielleicht schlauer und wissen möglicherweise, ob Nostradamus oder die Palmenblätter richtig oder falsch prophezeit haben und bis dahin heißt es: abwarten, Tee trinken oder was anderes machen!

29.12.2015

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