Gute Vorsätze – aber wann!

Möhren, Spargel, Tomaten, Gurken, Rucola, Blumenkohl, Radieschen und hundert andere Gemüsesorten sind total gesund, machen aber dick! Nee, stimmt nicht, sagen Sie jetzt!

Dann essen Sie dieses köstliche Kaninchenfutter vermutlich roh, pur, ohne alles? Wird Ihr Gemüse nur im Wasser gesäubert und bei Bedarf auch darin gekocht? Okay, dann sind die hundert Punkte natürlich auf Ihrer Seite – Glückwunsch dazu! Aber nur zu den gewonnenen Punkten, dem kalorienarmen Essen und zur Minimalbelastung Ihrer Personenwaage.

Aber wenn Sie Möhren, Spargel, Blumenkohl und Co. mit Butter aufpeppen, verfeinern, damit den einmalig guten Geschmack rauskitzeln, Tomaten, Gurken, Rucola, Radieschen und anderes Vegetarisches in ein leckeres Dressing hüllen, dann bleibt es noch immer gesund. Doch die kleinen Kalorien, die so lecker schmecken und sich in Butter und Dressing versteckt halten, schmiegen sich sofort um alles, was den kleinen Fieslingen so in die Quere kommt und ganz zum Schluss auch um Ihre Hüften.

Und dann kommt’s, wie es kommen muss: Sie stehen auf Ihrer Waage, raufen sich die Haare und beteuern mit Inbrunst, dass Sie doch so viel gesundes Gemüse verputzen! Weder Ihre Waage noch die drei Tränen, die Sie verdrücken, lügen. Ihre Geschmacksnerven lassen sich davon überhaupt nicht beirren. Die erinnern sich an die köstlichen Gaumenfreuden mit brauner Butter über den Spargelstangen, an die Tomaten mit Knofi, Kräutern und Olivenöl aus der Toskana und Blumenkohl mit vorzüglicher Hollandaise.

Das alles soll nun im neuen Jahr wegen der Waage und der bescheuerten guten Vorsätze wegfallen? Nee, Einspruch Euer Ehren! Kommt nicht in die Tüte, mit mir nicht, da streike ich, probe den Aufstand!

Die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat sich viel fürs neue Jahr vorgenommen und dazu gehören die unterschiedlichsten Sachen. Bewusstes Essen gehört auf jeden Fall dazu und regelmäßig Sport treiben auch. Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren – generell mehr Bewegung im Alltag und am Wochenende weniger Autofahren. Weniger Autofahren? Gerade jetzt, wo der Sprit ziemlich billig ist und auch bleiben soll. Überhaupt Wochenende: Ab Mitte April häufen sich schon die Gartenfestivitäten bei Hinz und Kunz mit Grillen und dem ganzen Drum und Dran. Abgrillen steht kurz vor der ersten Kohlfahrt im Kalender und dann hat die erste Gans am Martinstag auch schon Einzug in den Backofen gehalten. Danach ist Plätzchenbacken angesagt, schließlich steht der Advent vor der Tür und da kann man nicht warten, bis das fünfte Lichtlein brennt.

Schade, dass das neue Jahr auch nur wieder zwölf Monate hat! Somit muss man sich sputen, denn alle guten Vorsätze müssen bis Anfang April erledigt sein, sonst kommen einem die festen Termine ganz schön ins Gehege. Nach Adam Riese bleiben also geschlagene drei Monate Zeit, um die guten Vorsätze in die Realität zu bringen. Wird ganz schön knapp, denn genau in diese Zeit fällt auch noch Karneval, Omas neunzigster Geburtstag, der zehnte Hochzeitstag der Nachbarn und die Wochenendreise mit dem Kegelverein. Wie blöd aber auch! Und ich glaubte, dass es in diesem Jahr alles besser hinhaut, denn schließlich haben wir doch ein Schaltjahr und da steht uns doch ein Tag mehr zur Verfügung….!