Der neue Adolf und noch ist Polen nicht verloren!

Das Jahr 2016 ist noch blutjung und schon ist jede Menge los und viel Aufregung! Bei uns und auch bei unseren östlichen Nachbarn.

Herr Kaczynski, sozusagen die graue Eminenz seiner Partei, und seine Nationalkonservativen polnischen Mitstreiter fahren einen Änderungskurs, den die EU erst aufhorchen und dann zusammenzucken lässt. Besonders grimmig schaut man in Brüssel aus der Wäsche, als Silvester ein neues Mediengesetz beschlossen wird. Fernsehen und Radio soll von der Regierung kontrolliert werden und die Zeitungen ebenfalls.

Für die Deutschen muss das doch eigentlich ein Déjà-vu sein – oder? Holt uns da etwa unsere eigene braune Vergangenheit ein? Na hoffentlich nicht!

Und warum nehmen die Polen eigentlich keine Flüchtlinge auf? Darüber wird schon seit Monaten auf höchster Ebene diskutiert. Andere Ostblockstaaten (sagt man das überhaupt noch so?) tun das auch nicht. Warum eigentlich nicht? Europäische Gemeinschaft ist nun mal europäische Solidarität. Oder etwa nur, wenn das Land selbst auf dem letzten Loch pfeift und es um Schulden, Geld und Bankenrettung geht?

Da muss die EU ernsthaft ran, um solche harten Nüsse zu knacken und vielleicht muss sie auch mal mit der Faust kräftig auf den Eichentisch hauen.

Soll übrigens schon Henning Pogwisch, der Amtmann von Tondern, bereits im Mittelalter vorgemacht haben. Können Sie alles in der Ballade um Pidder Lüng nachlesen. Die Auseinandersetzungen zwischen den Friesen und den Dänen sind ein Paradebeispiel, dass man sich wehren muss und wie man sich wehren kann.

Warum kommt mir der feministische Slogan aus längst vergangenen Zeiten in den Sinn? Wer sich nicht wehrt, landet am Herd! Doch lassen wir das!

Der Jahresanfang ist auch ein beliebter Zeitpunkt für die bayerische CSU in Wildbad Kreuth mal ordentlich auf den Putz zu hauen. Dieses Meeting hat Tradition wie das dinner for one auf allen Kanälen an Silvester. Und the same procedure as every year ist das alljährliche Motto immer am sechsten Januar. Die Damen und Herren der CSU stapfen in diesem Jahr zum 40. Mal durch den Schnee, umarmen sich, frönen kulinarischen Genüssen, laden sich illustre Gäste ein und reden viel und versprechen noch mehr. Die Bundeskanzlerin stattet der Schwesterpartei einen Blitzbesuch ab und auch David Cameron verlässt sein Königreich, um Hotte von Bayern seine Ehre zu erweisen.

Dann gibt es da noch einen Newcomer, der von sich reden macht. Adolf Hitler ist sein Name Mein Kampf ist der Titel und es ist sozusagen ein Remake in einem neuen Gewand. Dieser alte Wein in neuen Schläuchen ist gespickt mit vielen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen, der Münchener Historiker vom Institut für Zeitgeschichte. Sie haben das verbotene Machwerk des Diktators aus dem Giftschrank geholt und es in dreijähriger Arbeit sorgfältig kommentiert und nun auf den Markt gebracht – ob es ein Bestseller wird, zeigt sich noch.

Und auf der Kölner Domplatte und ringsherum ist auch richtig was los. Da steppt derzeit der Bär und der Polizeipräsident steht voll in der Schusslinie, denn die Ereignisse aus der Silvesternacht sind rein aufklärungsmäßig noch völlig jungfräulich. Täglich gibt neue Anzeigen von Mädchen und Frauen, die bedrängt, begrapscht und beklaut wurden, als sie am Feiern waren. Opfer gibt es scheinbar viele, Täter sind bislang nur vage auszumachen, obwohl man von einer „Invasion junger arabisch oder nordafrikanisch aussehender Männer“ spricht. Schon jetzt dürfen wir alle äußerst gespannt sein, was da noch alles ans Tageslicht gefördert wird, wer die Guten und die Bösen sind, wer was gemacht oder wer nichts getan hat. Wie sagt man so treffend: Irgendwann kommt alles ans Tageslicht – hoffentlich auch in dieser Sache, aber das Jahr ist schließlich noch blutjung!

08.01.2016