Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht!

Mensch, was heißt denn AfD nochmal?

Oh Schiete, da hab ich wohl ein Blackout – mir fällt im Augenblick überhaupt nicht ein, wie die ausgeschrieben heißen. Ob’s wohl am Alter liegt?

Aber Sie wissen schon, welche Partei ich meine – oder? Genau! Die Alleinunterhalter für Doofe meine ich. Na sehen Sie mal, da rattert es auch bei Ihnen. Also von diesen Komikern werden wir in den nächsten Wochen bestimmt jede Menge hören – mehr als uns lieb ist, denn die sind vermutlich keine Eintagsfliegen!

Immerhin stehen drei Landtagswahlen an und aktuelle Umfragen prophezeien, dass sowohl in Stuttgart und Mainz als auch in Magdeburg die Jungs und Mädels von der AfD nicht nur dick im Geschäft, sondern auch nach dem 13. März in den jeweiligen Landtagen vertreten sind. Da könnte also locker ein sonniger Frühlingssonntag zum Freitag dem Dreizehnten werden….!

Da kommt was auf uns zu, sag ich Ihnen! Aussitzen oder gar ignorieren hilft nicht. Die AfD ist wie der Flaschengeist im Märchen: Bloß mal gucken, ob es ihn wirklich gibt und den Korken ein bisschen lupfen, ist nicht drin. Der Geist ist befreit, hat sein gläsernes Gefängnis verlassen und schwirrt uns wie eine dicke Schmeißfliege mit leisem Gebrumm unaufhaltsam um die Nase!

Diese Partei können Sie vergessen…“ sagte Hans-Olaf Henkel und gab im Sommer letzten Jahres sein AfD-Parteibuch zurück, weil er „schwer enttäuscht wurde“, betont der ehemalige BDI-Präsident. Mal ehrlich Leute, haben Sie verstanden, warum dieser kluge Mann und einstige Manager überhaupt dieser Partei seine Aufmerksamkeit und seine Stimme schenkte? Mittlerweile sind seine Krokodiltränen der Enttäuschung getrocknet und er hat für die ALFA-Partei sein Herz entdeckt. Sein Gesinnungsgenosse Bernd Lucke übrigens ebenso.

Doch zurück zur AfD. Mein lieber Herr Gesangverein, wenn die man nicht Böses im Schilde führen…!

Drei Jahre ist diese Partei gerade alt, aber sowas von kräftig auf dem Vormarsch, dass es einem Angst und Bange wird. Mittlerweile zählen sie gut 20.000 Mitglieder, behauptete die Führung bereits im November 2015 und man spricht von regem Zuwachs.

Und ein loses rassistisches Mundwerk tragen zumindest einige der Parteispitzenfunktionäre lauthals vor sich her. Björn Höcke ist einer von den gefeierten Stars der AfD und die Damen Petry und von Storch sind nicht minder beliebt und rhetorisch begabt. Sie sprechen vom Schießbefehl auf Flüchtlinge und andere erschreckend schrille Thesen gehören zu ihrem Wortschatz in Wahlkampfauftritten, Talkshows und Interviews. Trotzdem oder gerade deswegen bereiten ihnen viele Medien Rote-Teppich-Auftritte und kaum ein Politiker der konservativen und etablierten Parteienlandschaft bietet ihnen Paroli. Zwar fordert Frau Petry „verbale Abrüstung aller Parteien“, doch gerade das ist ihr Fachgebiet und da beherrscht sie die Klaviatur vom Feinsten und kann verbal und punktgenau sowohl Beifall als auch Entrüstung provozieren. Schon alleine ihr Grinsen bringt Zuschauerblut in Wallung und lässt bei manchem den Blutdruck in die Höhe schnellen.

Einige der Akteure, die auf der Internetseite des AfD-Bundesvorstandes zu finden sind, sehen seriös aus und sind total unverdächtige Anzugträger, die auch in den Chefetagen von DAX-Unternehmen Entscheidungen treffen könnten. Sie sind vollwertige und gebildete Mitglieder unserer Gesellschaft, haben studiert, sind Wirtschaftsjuristen, Auslandskorrespondenten, Chemiker, Opernsänger, Professor für Volkswirtschaftslehre und selbständige Steuerberater. Schauen Sie sich Frauke Petry an: 40 Jahre jung, noch verheiratet mit einem evangelischen Pfarrer, Mutter von vier Kindern, promovierte Chemikerin, Inhaberin des Bundesverdienstkreuzes, Mitglied im sächsischen Landtag. Dass sie auch ihr eigenes Unternehmen in den Sand gesetzt und eine Privatinsolvenz aufs Parkett gelegt hat, ist nicht verwerflich. Ist schließlich schon anderen ehrenwerten Menschen in unserem Land passiert!

Geht’s Ihnen auch so, dass sie ein ulkiges Grummeln in der Magengrube haben, wenn Sie diesen Parteigenossen zuhören? Und wenn Sie Umfragezahlen der AfD sehen, wie denen die Menschen hinterherlaufen, kommen Ihnen dann auch der Rattenfänger in den Sinn oder sogar die jüngste deutsche Geschichte und der Mann mit der Popelbremse?

Ach ja, Jetzt fällt es mir wieder ein: Alternative für Deutschland ordnet sich die Partei selbst ein. Wenn die AfD die Zukunft Deutschlands sein soll, dann armes Deutschland! Oder um es mit Heinrich Heine zu sagen: Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht!

02.03.2016