Warum ist die Banane krumm?

Mit dieser Frage beschäftigt man sich in Brüssel seit Jahrzehnten und auch mit der Verordnung Nr. 1677/88/EWG.
Wie jetzt – die kennen Sie nicht? Wetten, dass doch?
Das ist nämlich die Gurkenverordnung, die sowohl bei EU-Bürokraten als auch bei Kabarettisten äußerst beliebt ist. Demnach darf sich eine Salatgurke nur vorschriftsmäßig um zehn Millimeter pro zehn Zentimeter Gurkenlänge krümmen.

Ebenfalls haben die fleißigen Beamten unter den Augen von Manneken Pis festgelegt, dass ein Kondom fünf Liter Flüssigkeit aufnehmen und mindestens 160 Millimeter lang sein muss und eine Viagra-Verordnung ist durch Hand- und Kopfarbeit der Bürokraten auf mehr als fünfzig Seiten penibel in Worte gefasst worden. Und sollte dann Viagra bestens funktioniert haben, das Kondom aber mangelhaft gewesen sein, darf sich der betroffene EU-Bürger gerne mit der Schnuller-Ketten-Verordnung beschäftigen.

In den späten fünfziger Jahren gründeten ein paar Staaten die EWG, um Handelsaktivitäten auf dem Europäischen Kontinent unter ein paar Ländern zu erleichtern. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zu Beginn der neunziger Jahre wurde diese Europäische Gemeinschaft größer und verselbständigte sich schneller als von den Erfindern möglicherweise gewollt. Es entstand ein riesiger Wasserkopf mit nachweislich überflüssiger Bürokratie, und zwar für alle Mitgliedsländer dieser Europäischen Union.

Zum Beispiel wurde vor ein paar Jahren ein russischer Profi-Seiltänzer von der EU dazu verdonnert, bei der Arbeit einen Helm zu tragen – natürlich auch in der Manege oder wo immer er einen Auftritt hat und Geld verdient.

Die Damen und Herren in ihren Brüsseler Amtsstuben haben bei allem Eifer aber Wichtiges vergessen: Es waren die Menschen in allen Städten und allen Ländern, die auf der Strecke blieben. Denen offerierten sie nur Vorschriften, schöpften ihre Steuergelder ab und davon lebten die Amts- und Büroinhaber und die angeblichen Kümmerer in Brüssel über Jahrzehnte flott und munter und das bis zum heutigen Tage. Wenn’s richtig dicke kommt, dann sogar bis an ihr Lebensende – so heißt es schließlich in jedem guten Märchen!

Doch vielleicht haben die Diener vieler Länder im Schatten des Atomiums in der Belgischen Hauptstadt den Schuss gehört, der seit gestern mit lautem Knall über den Kontinent braust! Die königlichen Inselbewohner haben Brüssel nämlich eine Abfuhr erteilt, good bye gesagt, eine lange Nase gedreht! Jedenfalls haben gut 50 Prozent der Wähler die Nase voll von der EU, ihrer Bürokratie, ihrer Politik, ihrer Geldverschwendung und noch mehr.

Und nun? Jetzt guckt man in Brüssel und anderswo ziemlich dumm aus der Wäsche. An den Börsen rasselt das Barometer in die Tiefe. Politiker raufen sich die Haare, Herr Cameron droht mit seinem Rückzug, Frau Merkel wirkt nicht so cool wie sonst – die Aufregung ist groß. Viele gebärden sich, als wäre das Ergebnis des Referendums plötzlich und unerwartet.

Doch das stimmt nicht!
Hätten Politiker besser informieren müssen und nicht nur heiße Luft verbreiten dürfen?
Hätten die Herren in den Nadelstreifen mit dem Volk reden sollen und auf das Murren und Knurren vieler Menschen hören müssen?
Nun ist es zu spät! Jetzt hilft nur Besserung für die Zukunft.

Hätte, hätte ist vorbei – denken Sie an Peer Steinbrück und seinen Slogan: Hätte, hätte Fahrradkette…! Der kannte sich aus, der war schließlich mal Kanzlerkandidat der SPD.

Doch das ist ein anderes Thema.