Ick bin die Neue und schreib nu öfter!

… und bin total uffjerecht, weil ick nu watt schreiben soll. Ick soll mich vorstellen, hat sie jesacht und denn soll ick mal was aus meinem Leben und aus meenem Alltag erzählen.

Is ja doof, wenn man sich noch nich so kennt – also Sie kennen mich nich und ick Sie ooch keen bisschen. Na ja, lassen Se man, Sie werden mich schon kennenlernen!

Uff alle Fälle bin ick jetzt schon janz jespannt uff Sonntag. Da wird nämlich inne Hauptstadt jewählt. Also einije Leute reden schon wieder vom Schicksalssonntag! Keene Ahnung, ob dieser 18. September schicksalhaft sein wird. Ick weeß bloß eens: Würde ick in meene Heimatstadt wählen müssen, denn hätte ick een dicket Problem anne Backe! Also dett Wahlpersonal reicht von Großkotz bis Schlaftablette. Die haben ja noch mehr Dritte-Wahl-Kandidaten im Anjebot, als die Bremer beim letzten Mal und dett fand ick schon unterirdisch.

Na jedenfalls bin ick jespannt wie een Fiedelbogen, watt da am Sonntag rauskommt. Viel Spaß, liebe Berliner – ihr wisst ja, wer die Wahl hat…

Habe heute ne Karte von meene Laura jekriegt. Die ist seit drei Monaten uff de Insel Sylt bei eener vermögenden Hamburjer Unternehmer-Familie als Au-pair-Mädchen beschäftigt. Die kleenen Rabauken sind zwei und vier Jahre, die letzten eineiige Zwillinge und allet sind Bengels, die es faustdick hintern Ohren haben, schreibt sie. Die janze Familie bleibt bis Ende Oktober uff Sylt und denn wird dett Haus jeräumt und ab jeht’s nach Teneriffa. Da verbringt Mutta mit de Gören den Winter und meene Laura darf mit. Ach so, sollte ick vielleicht noch erzählen: die Mutter schnackt mit den Kids nur deutsch und spanisch und manchmal ooch englisch. Voll multikulti sacht meene Tochter und dett is super, da kann se viel lernen. Mal kieken, wie’s mit ihr so weiter jeht.

Meen Großer macht ab Herbst sein Abi inne Abendschule. Is ooch een fleißiger Bengel – macht mir viel Freude!

Und icke verdiene meene Brötchen bei Lidl, da hinten umme Ecke. Da sind wir een tollet Team – eener für alle und alle für eenen – und ick bin der Boss von alle. Bald werden wir meen Zehnjähriget feiern und daruff freu icke mich jetzt schon!

Für heute soll’s jetzt mal jenug sein und jetzt wissen Se ja ooch schon een bisschen von mir. Bin mir ziemlich sicher, dass ick mich kurzfristich wieder zu Wort melde und denn sage ick mal meene unspektakuläre Meinung zu dem Wahlzirkus in Berlin und vor allem zum Erjebnis.

Bis dahin wünsche ick schon mal allet Jute und halten Se die Ohren steif, man weeß schließlich nie, watt noch so kommt.
Tschüss, Ihre Rita!
September 2016