Mon Chéri während der Sendepausen?

Pausen sind schön. Man kann sich ausruhen und neue Kraft schöpfen, Luft holen. Pausen sollen erholsam sein, neue Kreativität und Energie zutage fördern. Wenn man eine Pause richtig genutzt hat, hat man nachgedacht, im Oberstübchen frischen Wind reingelassen, eventuell sogar renoviert, Altes aufgeräumt, vielleicht rausgeworfen – möglicherweise von vorne nach hinten verfrachtet – je nach Wichtigkeit.

Früher hatten Fernsehsender auch nächtliche Sendepausen. Lang, lang ist’s her. Heute gibt es nur noch Sendepausen durch technische Pannen. Ansonsten läuft’s im Fernsehen und Hörfunk nonstop und pausenlos rund um die Uhr an 365 Tagen und wenn’s ein Schaltjahr ist, dann eben noch einen Tag mehr. Vor gefühlten hundert Jahren signalisierte uns das Testbild des Fernsehsenders, dass nun mal gerade Schluss mit Sendung ist.

Hans-Joachim Kulenkampff hat ab Oktober 1985 für fünf Jahre das tägliche Fernseh-Sandmännchen zur Geisterstunde gegeben. Die Idee dazu kam von Kurt Rittig vom Südwestfunk: „…um Mitternacht sollte der Zuschauer nicht mit den letzten Schreckensnachrichten verabschiedet werden, sondern ein paar gute Gedanken mit ins Bett nehmen können.“ So kann man es bei Wikipedia lesen. Ein paar Takte klassische Musik, danach etwas klassische Literatur vorgelesen von Kuli und nach drei Minuten wünschte der Hanseat der Nation eine gute Nacht. Die Älteren unter uns erinnern sich.

Unsere schnelllebige, globalisierte Welt duldet keine Pausen mehr! Es sei denn, man hat eine Autopanne, steckt im Funkloch, oder das Handy hat seinen Geist aufgegeben, der Strom fällt aus. Die schlimmste Panne für den Rastlosen ist aber die Intensivstation oder gar die endgültige beim Bestatter im Kühlhaus. Dann ist alles zu spät und die guten Vorsätze, Ratschläge und Ermahnungen – ab und an mal zu pausieren – haben ihr Ziel gründlich verfehlt! Das Ende lautet, frei nach Friedrich Schiller: Zu spät, du rettest den Freund nicht mehr!

Sendepausen gibt es aber auch unter Freunden, guten Bekannten und natürlich auch innerhalb der Familie und in den eigenen vier Wänden. Warum gibt’s die? Nix Genaues weiß man nicht – hört man oft. Achselzucken, ratlose Blicke, Ahnungslosigkeit. Ja hat man denn darüber nicht geredet, weshalb eine sprachlose Auszeit entstanden ist? Scheinbar nicht! Oft steckt ein Missverständnis dahinter. Das lässt sich vermutlich durch verbale Kommunikation ausräumen – also die Beteiligten sollten miteinander reden, nicht untereinander und schon gar nicht übereinander!

Einfacher gesagt als getan! Wer macht den Anfang? Na immer der, der was Falsches gesagt oder getan hat! Oder vielleicht doch der, der sich über irgendwas aufgeregt hat? Was aber, wenn jeder von sich meint, nichts ausgefressen zu haben und sein reines Gewissen als sanftes Ruhekissen benutzt?

Diese Situation kennen wir doch alle. Und, springen Sie über Ihren Schatten? Machen Sie den Anfang, greifen Sie zum Telefon, schreiben Sie eine Mail, oder schicken Sie eine altmodische Postkarte?

Der Klügere gibt nach, sagt man doch. Und wer will bitte nicht als klug gelten? Andersrum wissen wir aber auch, dass die Doofen mehr und mehr die Zügel in die Hand bekommen, wenn die Klugen immer wieder nachgeben! Richtig oder falsch – wer weiß das schon!

Doch wie wär’s mit Mon Chéri oder Merci? Dieses süße Hüftgold ist auch dafür bekannt, um sorry oder tut mir leid zu sagen und bei Sendepausen ohnehin ein guter Pausenfüller!