Merkels Nervensäge traut sich was

Alle kennen ihn, alle mögen ihn – die einen mehr, die anderen weniger. Viele bewundern ihn auch, denn er ist der Mann, der sich traut! Er traut sich, Angela Merkel Widerworte zu geben, nicht immer aber oft. Er gehört zu den beliebtesten Politikern unter der schwarz-rot-goldenen Flagge. Niemals war er Ministerpräsident oder Minister. Er mischt sich ein und unters Volk. In den Medien ist er gerne präsent und beliebt. Er traut sich, Wahrheiten auszusprechen, Missstände anzusprechen und vor allem: er traut sich, die Wahrheit zu sagen, die vielen seiner politischen Amtsbrüdern und -schwestern schwerfällt. Seine Homepage heißt www.wobo.de – nicht mehr und nicht weniger.

Die Rede ist von Wolfgang Bosbach, der 1972 in die CDU eintrat und mit dem Erwerb des Parteibuches die christlich-demokratische Karriereleiter schrittweise erklomm. Bereits Mitte der neunziger Jahre zog die rheinische Frohnatur in den Bundestag ein und spätestens nach dem Umzug von Bonn nach Berlin trat er aus dem Schatten der Provinz ins deutsche Wählerbewusstsein.

Bosbach ist öffentlich und streitbar, lustig, ernst und immer kompetent und das kommt bei den hohen Tieren im hohen Haus und einigen Mitstreitern im täglichen Politallerlei nicht immer gut an. Er sagt nein, wenn andere ja sagen. Er äußert sich öffentlich, wenn andere in der Versenkung verschwinden. Er spielt für den guten Zweck bei „Wer wird Millionär“, kickt beim „FC Bundestag“, bewertet als Juror bei der „Miss Germany-Wahl“ die Damen und natürlich spielt auch der Karneval eine große Rolle im Leben des Wolfgang Bosbach. Trotz einer Krebserkrankung wird er nicht zum Leisetreter und als sein Defibrillator Alarm schlägt, ist er nach einem Check im Krankenhaus schnell wieder auf den politischen Beinen.

Doch nun probt er den Endspurt – so sagt er jedenfalls – und so heißt auch sein aktuelles Buch. 2017 mit der Bundestagswahl ist Schluss mit der großen Politik, dann haben Familie und Hobbys den Vorrang und vor allem Frau Sabine.

Apropos Ehefrau Sabine Bosbach: „Wussten Sie eigentlich, dass im Bergischen Land der Name Bosbach keine Seltenheit ist?“ verriet er vor Jahren dem Focus in einem Interview. Diese Tatsache verwirrte 1987 übrigens den Standesbeamten, der die Brautleute traute, auf ganzer Linie. Denn sowohl er als auch seine Zukünftige trugen bereits den Namen Bosbach von Geburt an!

Auf die Frage, was er besonders gut kochen könne, antwortete Bosbach: Kaffeewasser. Er bekundete außerdem, dass er seinen Zweitwohnsitz gerne an der Côte d´Azur hätte allerdings mit Blick auf den Kölner Dom.
So sind sie eben, die rheinischen Frohnaturen!