Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall

Draußen ist es grau-bunt. Der Himmel ist eintönig grau und die Blätter an den Bäumen sind bunt – gelb, grün, rot, orange, braun in allen nur erdenklichen Nuancen und Schattierungen. Ab und zu schummeln sich mal ein paar Sonnenstrahlen durchs Himmelsgrau und strahlen die Farbenpracht der Bäume und Blätter so intensiv an, dass alle bereits vorhandenen Farbspiele noch leuchtender und intensiver sind.

Indian Summer nennen die Indianer dieses herbstliche Naturschauspiel.

Wir sagen einfach nur Herbst zu diesem wundervollen Ereignis. H-, E-, R-, B-, S– und T-Punkt! Das ist jedenfalls kein Wort, das die Einzigartigkeit bunter Herbsttage widerspiegelt.

Andere Menschen in anderen Ländern haben eben andere Rituale und Begriffe, die nicht der deutschen Kultur und unserer Mentalität entsprechen. In den USA singt und swingt es zur Weihnachtszeit musikalisch von Alaska bis Feuerland, in New York und San Francisco und der Big-Band-Sound ist nicht wegzudenken. Dort sind es die lustigen Jingle Bells und Rudi das rotnasige Rentier die fröhliche Weihnachten verkünden. Und hier bei uns ist die fröhliche Weihnachtszeit zwar im Liedtext verborgen, jedoch ist die tragende Melodie eher eine Spaßbremse in der eigentlich doch so freudigen Zeit.

Nun ja, andere Länder, andere Sitten sagt man schließlich und so ist es auch.

In Deutschland schmatzt, rülpst und schlürft man nicht beim Essen. In China hingegen suggeriert man mit dem Schmatzen, dass es einem vorzüglich mundet und ohne zu schlürfen und rülpsen wär’s nur halb so schön. Dort sind Geräusche bei Tisch unbedingt erwünscht!

Dass man in Japan die Straßenschuhe auszieht, bevor man eine Wohnung betritt, hat sich zwischenzeitlich rumgesprochen. Dass man aber ebenfalls die Hausschuhe wieder wechseln muss, wenn man eine japanische Toilette betritt, ist in unseren Breiten ziemlich unbekannt.

Wenn man bei uns etwas nicht mag, dann ist eine nonverbale Antwort das Kopfschütteln und bei Zustimmung eben das Nicken. Doch Vorsicht, in manchen Ländern läuft’s genau umgekehrt! In Bulgarien, Pakistan und Indien ist das zum Beispiel der Fall.

Und etwas abgewandelt könnte man auch sagen: Andere Länder, andere Fritten! So manch einer schmunzelt vermutlich über diese Worte, aber in der Zubereitung von Pommes sind uns unsere holländischen und belgischen Nachbarn weit voraus. Bei denen schmecken diese kleinen Dinger einfach vorzüglich und sind vielfach nicht annähernd mit denen aus einer deutschen Frittenbude vergleichbar. Selbstgemachte French Fries sind in Amerika oftmals einfach genial, besonders wenn man sie in einem Restaurant auf dem flachen Land serviert bekommt. Die sind sowas von köstlich und allermeist eine ernsthafte Konkurrenz zu jeder Variante in den weltweit bekannten Bulettenschmieden.

So ist das eben mit allen Dingen des Lebens: Einer liebt Vater, einer liebt Mutter und der Dritte im Bunde liebt beide Elternteile und jeder ist auf seine Art glücklich und zufrieden. Weihnachten unter Palmen in Hawaii mit weihnachtlichen Hula-Melodien ist das Nonplusultra für viele, schneebedeckte Berggipfel sind für andere Weihnachtsliebhaber das Highlight des Jahres. Und dann soll es ja auch noch diejenigen geben, die Palmen und Hawaii, Schnee und Berge lieben, aber nicht in der Kombination mit Weihnachten, weil denen dieses christliche Fest links an der Hüfte vorbeigeht.

Sicher ist aber eines: Unsere große weite Welt mit all ihren Menschen und Kulturen hat für jeden etwas zu bieten, und zwar genau das Richtige, was ihm gefällt.