„Früher war ich unentschlossen, heute bin ich mir da überhaupt nicht mehr so sicher!“

„Wenn man sich lang genug was wünscht, dann geht das auch in Erfüllung“ pflegte meine Oma immer zu sagen. Damit meinte sie Ereignisse, die einen außergewöhnlichen Touch hatten und nicht alltäglich waren. Eine zweite Aussage von Oma Else war: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“ Trifft auch voll den Kern – egal worum es geht! Aber sie sagte auch immer: „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird!“

Großmutter Else ist schon lange tot, ihre Weisheiten hingegen lebendiger denn je. Und sie eignen sich vorzüglich zur Anwendung, denn irgendwas ist ja immer los, das sich lohnt, zu kommentieren. Wie zum Beispiel aktuell die Wahlen in den USA. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat sich mal wieder bewahrheitet, dass jeder alles werden kann. Eben auch Präsident dieser Riesennation! So um die 320 Millionen Einwohner zählen die Vereinigten Staaten – und die Menschen, die wählen durften und die, die Bock hatten, zur Wahl zu gehen, wählten Donald Trump zum 45. Präsidenten ihrer Nation. Obwohl der rumgepflaumt und beleidigt hat, echt der Kotzbrocken war und sich rundherum prollig benommen hat. „Jeder bekommt das, was er verdient“ wär Oma Elses Kommentar dazu und wieder einmal hätte sie damit genau ins Schwarze getroffen.

Apropos schwarz – schwarz ist auch die CDU. Frau Merkel hat verkündet, dass Frank-Walter Steinmeier der neue Bundespräsident werden soll. Geflüstert hat ihr das der gewichtige Vizekanzler Gabriel und mangels eigener Kandidaten hat sie seinem Vorschlag zugestimmt. Und wenn sich das Kandidatenkarussell schon mal dreht, dann gleich richtig! Angie will eine vierte Amtszeit, Herr Schulz aus Brüssel ist auf der Suche nach neuen Herausforderungen, Sigmar Gabriel hat vermutlich Bock aufs Bundeskanzleramt und Cem Özdemir will wohl kürzer treten. Doch auch andere Eltern haben schöne Söhne und Töchter, die möglicherweise auch in den Startlöchern fürs eine oder andere Amt stehen, so der Flurfunk der anderen Parteien.

Oma Else würde an dieser Stelle den – zugegebenermaßen – nicht ganz stubenreinen Einwurf „hinten kackt die Ente“ murmeln. Recht hätte sie, denn in einer Demokratie hat der Wähler nun mal das letzte und entscheidende Wort!