Terror! Berlin hat’s nicht einfach

Selbst die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gibt’s im Doppelpack. Auf dem Breitscheidplatz steht das Berliner Wahrzeichen im Mittelpunkt – einmal als große monumental-graue und erhabene Steinruine, die wie ein mahnender Finger in den Himmel ragt und daneben der Neubau in rund, angestrahlt in königsblau und wesentlich freundlicher.

Diese evangelische Kirche hat viel erlebt und gesehen und könnte sie reden, hätte sie viel zu erzählen, von guten und schlechten Zeiten und nun sogar auch von Terror.

Die Berliner sind geschockt und die Nation ebenso! Nun ist das passiert, womit im Stillen schon so ziemlich jeder gerechnet hat: ein Terroranschlag in Berlin! Mitten im Herzen West-Berlins – auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz – fuhr ein Lkw in Menschen und Buden. Sozusagen unter den Augen Gottes. Beide Kirchen waren Zeuginnen dieses Attentates. Viele Tote und noch mehr Verletzte ist die traurige Bilanz. Hilfeschreie, rotierendes Blaulicht, Panik und Angst, Polizei, Feuerwehr und andere Rettungskräfte, Journalisten und Schaulustige spiegelten die Ereignisse des Anschlags in Fernsehbildern wieder.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist eins von vielen Wahrzeichen der Stadt und sie steht an prominenter Stelle zwischen Kurfürstendamm und Tauentzienstraße, in Tuchfühlung mit dem Europa-Center und nicht weit vom Bahnhof Zoo entfernt. Ein Platz, an dem sich Touris und Einheimische gleichermaßen wohlfühlen, im Sommer Eis schlecken und im Winter Glühwein trinken.

Zwölf Tote Menschen. Werden ihnen noch mehr folgen oder schaffen es die vielen Verletzten? Kennt man den oder die Täter?

Am Tag danach ist ein Konzert mit Vicky Leandros im Gotteshaus geplant. Ob es wohl stattfindet? Weihnachtsmärkte pausieren für einen Tag. Und dieser, wird der in diesem Jahr noch mal öffnen? Viele Fragen – kaum Antworten.

Und die Medien überschlagen sich. Vorgesehene Programme werden gecancelt. In Endlosschleifen wird vom Anschlagsort berichtet und Terrorismusexperten befragt. Die Berichterstatter fiebern den Pressekonferenzen der Ermittlungs- und Regierungsbehörden entgegen. Spekulationen schießen ins Kraut, doch das ist heutzutage Normalität.

Am Samstag ist Heiligabend und bestimmt werden es traurige Gottesdienste, die dort im Herzen Berlins in Charlottenburg stattfinden – anderswo vermutlich aber auch. Ob es sinnvoll ist, am Geburtstag des Christkindes Gott zu bitten, solchen Fanatikern Einhalt zu gebieten? Versuchen kann man es ja mal!