„…es ist nicht leicht, ein Clown zu sein…!“

Die Älteren erinnern sich noch an Mary & Gordy. Diese beiden Herren waren in den Achtzigern das wohl berühmteste Travestie-Duo in unserem Land. Sie parodierten alle großen Schlagerstars der damaligen Zeit, wie zum Beispiel Nana Mouskouri, Mireille Matthieu, Vicky Leandros und viele andere. Am Ende einer Show legten sie ihre Perücken und glamourösen Kleider ab, ebenso die falschen Wimpern, Lippenstift und andere Schminke. Irgendwann standen sie ohne alles, nur in Unterwäsche, auf der Bühne und sangen ihren wohl bekanntesten Hit „…es ist nicht leicht, ein Clown zu sein…!“ Dann fiel der Vorhang…

Die Zeit dieser beiden phantastischen Revue-Clowns ist lange vorbei.

Trotzdem kein Grund, Trübsal zu blasen, denn uns begegnen mit Regelmäßigkeit immer wieder neue Spaßmacher, über die wir manchmal lachen oder auch nur weinen. Leider stehen die selten auf einer Theaterbühne. Meistens ist ihre gewohnte Bühne der Polit-Zirkus, die Öffentlichkeit oder das ganz große Management und etliche dieser Akteure spielen so lange ihr Spiel, bis einer kommt, der ihnen die Maske vom Gesicht reißt. Und wenn die Larve dann gefallen ist, kommt meist ein trauriger Clown zum Vorschein – ähnlich dem, den wir alle aus dem Zirkus kennen.

Dann geht der Zirkus oft so richtig los. Für diesen – unehrenhaften – Clown, den man etwa bei Unregelmäßigkeiten erwischt hat, beim Geldtransfer aufs eigene Konto, beim Schwindeln oder wobei auch immer, geht ein Spießrutenlauf los. Er steht im Mittelpunkt und muss mit offenem Visier fechten, und zwar einen Kampf, aus dem er eher selten als Sieger hervorgeht.

Da sind zum Beispiel die ehrenwerten Herren mit den angeblich so weißen Westen in den VW-Chefetagen, einige in der Trump-Mannschaft auf der anderen Seite des Atlantiks, all die unter dem Himmel von Mütterchen Russlands, die nichts Gutes im Schilde führen und ebenfalls die Erben des Osmanischen Reiches am Bosporus. Und aktuell nun auch Rainer Wendt. Der Teilzeit-Polizist und gleichzeitig unser oberster Polizeigewerkschafter soll Diener zweier Herren sein – um es mal freundlich auszudrücken – so jedenfalls berichtet es das Magazin Report München.

Seit längerem gibt’s übrigens noch eine andere Spezies und das sind die Horror-Clowns. Die erschrecken absichtlich Menschen mit ihrer gruseligen Maskerade. Das wiederum gefällt niemanden und ganz besonders nicht den Profi-Clowns und ihren Standesvertretungen. In vielen Zirkusunternehmen gibt es mittlerweile ernsthafte Überlegungen, den fröhlichen Gesellen total aus dem Programm zu streichen.

Das wäre dann das Aus für den buntgeschminkten Komiker mit der roten Knollennase, den Pünktchenhosen, dem viel zu kleinen Hütchen auf dem Kopf mit der wackelnden Sonnenblume.

Dann ist Schluss mit dem dummen August – der existiert dann nur noch in der Realität des Alltags – eben ganz normal unter uns.

Drum ist es in diesen Zeiten eben gar nicht so leicht, ein Clown zu sein!