Drei Mimosen gegen zwei rote Nelken

Es ist mal wieder soweit: Am 8. März ist Internationaler Frauentag! Dann machen rote Nelken die Runde. Rote Nelken für Oma, Mama, die Genossin, Chefin, Kollegin, die Freundin, die Frau generell. An diesem Tag liegt der Fokus des weltweiten Ehrentages auf dem schönen Geschlecht, der eine Hommage an die Frau in der Gesellschaft sein soll.

In sozialistischen Ländern – wie früher auch in der DDR – hat dieser Tag eine ganz besondere Bedeutung. Die Würdigung der Frauenwelt am 8. März fand in Deutschland nur „hinter“ der Mauer statt. Im Westen zelebrierte man diesen femininen Ehrentag so gut wie gar nicht.

Wie sieht es aber mit den Männern aus? Darf das starke Geschlecht sich auch irgendwann mal genüsslich zurücklehnen und feiern lassen? Na klar! Für Männer ist es der 19. November der Internationale Männertag – allerdings erst seit 1999. An diesem Tag sollen hauptsächlich „männliche“ Gesundheitsthemen im Mittelpunkt stehen und – man wird’s kaum glauben – es soll um die Gleichberechtigung der Geschlechter gehen.

Bei wikipedia steht dazu geschrieben: Ziele des Internationalen Männertages sind es, das Augenmerk auf Männer- und Jungen-Gesundheit zu legen, das Verhältnis der Geschlechter zu verbessern, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern und männliche Vorbilder hervorzuheben. Es ist ein Anlass um Benachteiligungen von Männern und Jungen aufzuzeigen und ihren Einsatz für die Gemeinde, Familie, Ehe und Kinderbetreuung zu würdigen.

Aber halt – das ist noch nicht alles, zum Thema Feiertag für Männer: Es gibt einen zweiten Feiertag und das ist der Weltmännertag. Dieser Männeraktionstag zum Thema Gesundheit wurde am 3. November 2000 ins Leben gerufen. Schirmherr ist Michail Gorbatschow, Staatsoberhaupt der Russen in Wendezeiten und Friedensnobelpreisträger.

Die holde Männlichkeit hat sich also drei Feiertage bewilligt: Zwei im November und den Vatertag am Himmelfahrtstag – in der DDR als „Herrentag“ eingestuft!

Soviel also schon mal, um das Verhältnis zwischen den Geschlechtern zu verbessern…

Ob Frauen mit ihren zwei Feiertagen jetzt neidisch auf die drei männlichen Tage sind? Quatsch, kein Stück! Ein Tag mehr oder weniger… geschenkt… nicht der Rede wert und überhaupt… Männer bräuchten eigentlich viel mehr Feiertage als nur drei!

Schon alleine wenn’s um die Gesundheit geht, sind Männer wahre Helden. Wenn ein Mann Husten, Schnupfen, Heiserkeit hat, dann erwischt es ihn mindestens zehnmal schlimmer als eine Frau – das ist eine genetische Vorgabe! Im Fieberwahn sehnt er sich ins Kinderzimmer und zur verständnisvollen Fürsorge der Mami zurück. Das zumindest besagt die TV-Werbung von Wick-Vaporub

Der Umgang mit Vorsorgeuntersuchungen, Blessuren beim Sport, bei der Gartenarbeit und beim Werkeln und anderswo stempeln Männer zu wahren Helden und schon alleine deshalb verdienen sie jede Menge Ehren- und Gedenktage. Blumen sollte es auch für Männer geben – aber welche? Vielleicht Studentenblumen, Männertreu, Sonnenblumen oder gar Mimosen?

Die meisten Männer sind wahre Multitalente, ohne die das Leben ihrer Freundinnen, Ehefrauen, Mütter, Kolleginnen und Schwestern langweilig wäre und in völlig anderen Bahnen verliefe.

Schon Herbert Grönemeyer hat jede Menge Vorteile aufgezählt, die nur die männliche Spezies betreffen. Männer sind unersetzlich, total schlau und furchtbar stark, sie können einfach alles, haben es super schwer und nehmen es trotzdem leicht, sie kriegen keine Kinder, haben dafür aber dünne Haare – nun gut, man kann eben nicht alles haben!

Wenn das nicht alles Voraussetzungen sind, um Männer zu ehren, und zwar an mehr als nur drei Tagen im Jahr. Männer sollten täglich gelobt, verwöhnt und gefeiert werden. Dann kann Frau auch der Statistik entgegenwirken, die immerhin besagt, dass Mann sieben Jahre früher das Zeitliche segnet als Frau… und wer will das schon?