Mit den Jahren kommt das Alter…

…und zwar für so ziemlich jeden und fast alle! Ja, und was dann, was bringt es uns? Ruhe, Gelassenheit, Altersmilde, Weitblick oder gar Weisheit? Wird man im Alter der geistige Überflieger, der alles und jeden versteht, der freundlich Grinsende, der Kluge, der Lebenserfahrene und der-mit-allen-Wassern-Gewaschene?

Alter, was heißt das überhaupt? Ist das nur die Aneinanderreihung von Lebensjahren oder lediglich ein Gefühl, das sich einstellt, wenn man in diesem oder jenem Alter steckt?

Welches Alter ist gut und welches nicht?

Wie verhält man sich altersgerecht? Stimmt es, dass jedes Alter reizvoll sein kann? Wann wird einem bewusst, dass das Alter ein Bestandteil des Lebens ist oder nimmt man es gar nicht wahr? Nimmt man es einfach so hin wie gutes oder schlechtes Wetter? Freut man sich aufs Alter? Oder vielleicht nur dann, wenn man Gewissheit hat, gesund, beweglich, faltenfrei und energiegeladen diesen Lebensabschnitt zu meistern?

Ab wann ist man eigentlich alt? Mit fünfzig oder erst mit neunzig oder bereits mit dreißig Lenzen auf dem Buckel?

Fragen über Fragen – doch wer hat schon Antworten darauf? Falls es überhaupt Antworten gibt, wie lauten sie? Bestimmt sind sie altersabhängig – schließlich ist der Blickwinkel im zarten Alter von achtzehn Jahren ein anderer als der mit vierzig, fünfzig oder achtzig plus.

Der Begriff Alter ist mit Geburtstag eng verknüpft. Man erinnert an den Tag der Geburt und das alljährlich. Man feiert, dass man am Geburts-Tag ein Jahr älter wird, obwohl man weiß, dass man eigentlich einem Irrtum aufsitzt, denn schließlich wird man jeden Tag, jede Stunde, jede Minute älter!

Sowohl die Tatsache, dass wir älter werden als auch das Wort Alter sind Konstanten unseres Lebens. Zum Beispiel treffen wir Vorsorge fürs Alter, wir bauen und bewohnen Altersheime und altersgerechte Wohnungen, wir kommen ins Renten- und später ins Greisenalter. Wir teilen ein in Altersklassen, Jahrgangsstufen, heirats- und gebärfähigem Alter, sprechen vom zarten, jugendlichen, fortgeschrittenen, reifen, vom sorgenfreien und vom biblischen Alter.

Männer kommen ins gefährliche Alter, Frauen ins kritische und irgendwann ist man einfach aus dem Alter raus oder man zieht sich aufs Altenteil zurück. Aber auf gar keinen Fall schützt das Alter vor Torheit – sagt jedenfalls der Volksmund.

Wissenschaftler wissen zu berichten, dass unsere Gene Einfluss auf unser Alter haben. Doch welche sind geeignet und welche partout nicht, und welche Erbanlagen garantieren einen angenehmen Lebensabend? Wenn Oma und Opa über den Tag der Eisernen Hochzeit hinaus ein gesundes Leben hatten, dann dürfte das bezüglich des Genmaterials nicht die schlechteste Voraussetzung für unsere eigene Zukunft sein – könnte man meinen! Aber stimmt das auch?

Alle wollen alt werden, aber keiner will es sein sagte mal ein kluger Mensch. Reiche leben länger, Arme sterben früher ist noch so eine Philosophie aus dem Erfahrungsschatz des Volksmundes. Und das Altwerden nichts für Feiglinge ist, wissen wir nicht erst seit Blacky Fuchsberger, der diese Weisheit in Form eines Buches unter die Menschen gebracht hat.

Das Gute am Alter ist, dass es so ziemlich alle erwischt, aber niemand weiß, wie sich das Alt-Sein gestaltet.

Wer das auch absolut nicht erfahren möchte, der sollte beizeiten Vorkehrungen treffen, bevor die Geburtstagstorte zum Fackelzug wird und einem beim Ausblasen der vielen Kerzen die Puste ausgeht.

02.06.2017