Wie das Wetter auch ist – es ist Pfingsten!

Nicht nur meteorologisch haben wir seit dem ersten Juni Sommer, nein, auch sonst! Temperaturen um die 25 Grad, Sonnenschein, blauer Himmel, überall blüht und grünt es prächtig – der Rosenmonat ist also voll erwacht und Pfingsten klopft lauthals an die Tür! Der Run aufs lange Feiertagswochenende ist überall zu verzeichnen. In Supermärkten und Gourmettempeln, auf den Autobahnen, in vollen Zügen, in beliebten Urlaubsorten im ganzen Land und an den Küsten von Nord- und Ostsee ist schlichtweg der Teufel los.

Sowohl die Hausfrau als auch der Hobbykoch sind mit Erdbeeren, Spargel, jungfräulichem Matjes, neuen Kartoffeln, duftenden Kräutern, frischem Salat und anderen Leckereien im Küchen- und Vorbereitungsstress. Alles soll zu den Feiertagen perfekt sein, wenn der Besuch kommt und man gemeinsame Zeit unter dem Sonnenschirm auf der Terrasse bei gutem Essen und kühlen Getränken verbringen möchte.

Zwischen Erdbeer-Sorbet und Matjes-Tatar meldet sich der Wetterfrosch im Radio zu Wort und schlagartig ist die gute Laune beim Hörer in der Küche auf dem Nullpunkt, sozusagen voll im Eimer. Regen, Gewitter, Sturm, Hagel – alles möglich – nur noch fünfzehn Grad! Und das bereits ab Samstag – erst ab Dienstag nach Pfingsten steigen die Temperaturen und die Regenprognose nimmt deutlich ab!

Dieser Wetterumschwung lässt die Zeitgenossen jubeln, die bereits vor Wochen beim Gastronom ihres Vertrauens Tisch und Stuhl reserviert haben. Indoor natürlich, draußen werden keine Reservierungen angenommen! Eigentlich wollte man auf der großen Terrasse sitzen, denn Oma braucht Frischluft, Willy will rauchen und für die Kids ist es sowieso besser. Wer sich jetzt zum Restaurantbesuch entschließt, ist vermutlich gelackmeiert und ihm bleibt nur die eigene Küche mit Herd oder irgendein unerprobter Lieferservice.

Dann ist da noch das neue, sündhaft teure Outfit inklusive der passenden Trittchen, beides ideal für Temperaturen ab 25 Grad plus und total unwirksam unterm Friesennerz. Also bleibt’s im Schrank! Drum stellt sich die allseits bekannte Frage: Was ziehe ich an?

Und das ganze Grillgut – was soll damit passieren? Einfrieren oder in der Pfanne braten? Oder den Terrassen-Luxus-Grill so vor Wind und Wetter abschirmen, dass trotzdem tolle Steaks, Rippchen und Würste aufgetischt werden können.

Ob die Erdbeersahnetorte wohl Gewitter-fest ist oder neigt sie dazu, sauer zu werden? Und der Kartoffelsalat mit Mayonnaise erst – wie verhält der sich bei Blitz und Donner? Schmeckt denn die Sangria bei den niedrigen Temperaturen auch? Vielleicht muss man mit nem Klaren oder dem restlichen Eierlikör von Ostern ein bisschen vorglühen! Möglicherweise ist ein delikates Spargelsüppchen besser als ein Spargelsalat mit zarter Kräuter-Vinaigrette, oder auch selbstgebackenes Brot brauchbarer als Grillkartoffeln?

Mensch Petrus, deinetwegen muss nun improvisiert, umdisponiert werden und die gut durchdachte Feiertagsplanung ist reif für die Tonne! Jetzt muss also das gute Geschirr abgewaschen und die guten Gläser poliert werden – Bestecke auch – nichts davon darf in die Minna! Plastikbecher und –Bestecke, Pappteller sind passé, werden eingemottet bis zum nächsten Grillen bei Sonnenschein. Alles zurück auf Anfang eben!

Okay, einen klaren Kopf bewahren, Pause machen, einen Kaffee trinken, fix mal die Tagesschau im Ersten anschalten. Ah ja, Trump hat dies gemacht, Frau Merkel jenes gesagt, das Parlament hat beschlossen und das war’s schon für den Moment, sagt der Mann im Studio. „Nun fehlt nur noch der Blick aufs Wetter. Das wird im Norden so und im Süden anders – kann aber auch alles umgekehrt kommen! Regenkleidung sollte immer dabei sein, egal wie das Wetter auch wird, man schleppt sich schließlich keinen Wolf daran. Die richtig gute Nachricht ist aber, dass es ab Montagnachmittag in ganz Deutschland sonnig und warm sein wird….. Die gesamte Wetterredaktion wünscht Ihnen angenehme und erholsame Feiertage..!“

03.06.2017