Küsse unterm Regenbogen

Ab mit dem alten Zopf – her mit der Hochzeitstorte! Sie haben Ja gesagt – unsere Parlamentarier sind für die Ehe für alle und nun dürfen nicht nur Heterosexuelle im Standesamt die Ringe tauschen.

Unter dem lustigen Flattern der Regenbogenfahnen werden heute wohl jede Menge Champagner- und Sektkorken knallen, denn nun dürfen die Menschen, die mit einem gleichgeschlechtlichen Partner verbandelt sind, richtig heiraten!

Acht Pflegekinder brachten ihr die Erleuchtung, sagt sie. Dann hat sie viele Jahre drüber nachgedacht, hat’s Anfang der Woche den Damen von der Zeitschrift Brigitte erzählt, die SPD hat Nägel mit Köpfen gemacht und heute wurde im Bundestag abgestimmt. Abstimmen über die Regenbogen-Zukunft von vielen Menschen – nämlich von Lesben und Schwulen, die in einer Ehe leben wollen, wie es bisher nur Männer und Frauen dürfen. Diese Menschen lebten ohne Trauschein zusammen. Für sie gilt seit Anfang der Zweitausender Jahre lediglich die eingetragene Partnerschaft. Angela Merkel hat dagegen gestimmt, wie so etliche Abstimmungsberechtigte auch. Für sie ist die Ehe eben eine Sache zwischen Mann und Frau.

Trotzdem und egal, ob der eine es mag und der andere nicht: Nun ist der 30. Juni 2017 ein historischer Tag für Deutschland und all die Befürworter der Ehe für alle. Wie sich das gesellschaftlich, politisch und anderswo auswirken wird, werden wir erleben.

Drum sind heute erstmal die Küsse unterm Regenbogen wichtig und die sollen ja bekanntlich Glück bringen. So war’s zumindest 1965 als die Schlagersängerin Manuela damals davon sang – und daran werden sich die älteren unter uns bestimmt noch erinnern! Seither hat sich viel verändert. Wer damals zusammenziehen wollte, musste ein verheiratetes Paar bestehend aus Mann und Frau sein. Schwul oder lesbisch zu sein, war strafbar und eine gemeinsame Wohnung war unmöglich – ging gar nicht! Aber das ist Geschichte….

30.06.2017