ACHIM, ich hab‘ nichts anzuziehen!

Er ist zweifünfzig breit, um die zweidreißig hoch – mindestens! Solch ein Teil haben wir alle – manch einer sogar mehrere davon. Ein Meter für Blusen, Röcke und Hosen, der nächste Teil für Blazer, Jacken, Pullis und weiß der Geier, was noch alles. Ganz bestimmt aber auch 100 Zentimeter volle Breite für Frustkäufe und Zeug, das zu klein, zu groß, farblich völlig daneben, zu unmodern ist und an dem man einfach nur so hängt und wenn man’s sieht, in Erinnerungen schwelgt.

Wer Platz hat, hat möglicherweise sogar ein Ankleidezimmer inklusive Ganzkörperspiegel und darauf tippe ich bei Angela Merkel.

Sorry Leute, aber heute muss ich mal in die Runde fragen: Wie finden Sie denn die Outfits unserer Kanzlerin? Meine Oma Else hätte es knapp mit den Worten „die sieht aus wie Pinchen vom Lande“ ausgedrückt und Opa Otto hätte von einem „Hintern wie ein Drei-Taler-Pferd“gesprochen.

Aber seien Sie mal ehrlich: So kann doch eine Bundeskanzlerin nicht rumlaufen! Denken Sie mal an ihre Kleidung rund um den G20-Gipfel: Die graue Hose sieht aus, als wäre es nicht ihre – als hätte ihr jemand das Teil gepumpt oder als wär’s ein Schnäppchen aus einem Second-Hand-Laden. Die schwarzen Schuhe –  hallo, da kann man Waldbrände im Anfangsstadium mit austreten, aber nicht zum Besuch in der „Elpfi“ anziehen!

Warum tritt sie in der Öffentlichkeit in solchen Plünnen auf? Und dann noch zu solch einem Anlass, wo die ganze Welt zuschaut? Sie hat doch hübsche Klamotten im Schrank, die hundertzwanzigmal besser aussehen! Wissen wir doch alle, denn alljährlich erscheint sie chic und flott in Bayreuth zu den Festspielen. Jeder von uns erinnert sich – zum Beispiel an das hübsche altrosa Kleidchen mit dem fiesen Schweißfleck unterm Arm. Okay, das berühmte Foto war voll daneben, ihr Outfit prinzipiell aber klasse!

Vermutlich hat Deutschlands Regierungs-Chefin auch das eine oder andere Fähnchen im überfüllten Kleiderschrank, wie wir Mädels alle. Sicherlich stellt sie sich ab und zu die Frage: Was ziehe ich heute an? Nun gut, Frau Merkel vielleicht nicht! Sie fragt sich eher, welcher farblich geeigneten Dienst-Blazer heute aus dem Schrank gezottelt werden soll. Ein Blick in ihren Terminplan beantwortet die tägliche Frage, nach Anlass und Farbe.

Können Sie sich vorstellen, dass ihrem ungeschminkten Mund die Worte entweichen „JOACHIM, ich hab‘ nichts anzuziehen“? Und da bin ich schon beim nächsten Punkt. Also Joachim Sauer, ihr Ehemann, ist doch nicht blind – denke ich mal – der muss doch sehen, wie seine Angetraute rein kleidungsmäßig durch die Weltgeschichte trabt. Nun gut, sie ist keine Heidi Klum oder Ivanka Trump – aber wer ist das schon? Doch sie ist eine kluge Frau mit viel Grips in der Birne und genießt sehr viel Ansehen in der ganzen Welt und möglicherweise geht ihr Modisches und Schickes links am Allerwertesten vorbei. Doch als Aushängeschild der Bundesrepublik Deutschland muss man doch nicht so rumlaufen wie beim Kurzurlaub in der Uckermark und als würde man fix mal auf dem Templiner Wochenmarkt die Kochzutaten fürs abendliche Grillfest in der Datsche besorgen.

Drum: Der viel zu kurze Blazer – in welcher Farbe auch immer – der ihr Hinterteil total ungünstig in Szene setzt, graue Hose und schwarzen Freizeitbotten – das ist voll daneben, Frau Merkel!

Mensch Angie, ich weiß aus eigener Erfahrung, wie das mit einem dicken Hinterteil, ein paar Kilo zu viel auf Hüften und Rippen und zu kurzen Beinen so ist. Zu lange Hosen und ein zu kurzes Obendrüber – geht bei diesen Proportionen gar nicht – ist ein absolutes NoGo!

Eine Frau wie sie hat doch bestimmt Berater – oder? Die Frisur ist so einigermaßen, aber schon rein Make-up-technisch ist der Wurm drin! Auch mit Sechzig plus sollte man sich etwas Farbe gönnen und nicht nur bei der Auswahl der Sakkos.

Ach Mensch Frau Merkel, heutzutage muss doch keine Frau aussehen, wie Martha Plottke oder Erna Dudel – und Sie schon gar nicht!

10.07.2017