Was wäre wenn?

Was wäre, wenn’s Twitter nicht gäbe? Für Donald Trump wär’s sicherlich echt doof, weil er dann mit niemandem kommunizieren könnte.

Was wäre, wenn uns immer wieder Zähne nachwachsen würden? Zahnärzte hätten ein deutlich geringeres Einkommen.

Was wäre, wenn man nicht allen zwangsweise GEZ-Gebühren abknöpfen würde? Wir wären möglicherweise zufrieden, nicht mehr in der ersten Reihe sitzen zu müssen, um mit dem Zweiten angeblich besser zu sehen.

Was wäre, wenn Lobbyisten keinen Einfluss mehr auf Politik hätten? Dann säße Stephan Weil jetzt vielleicht nicht auf dem niedersächsischen Schleudersitz.

Was wäre wenn man auf alles immer eine Antwort hätte? Irgendwie wär’s doch langweilig – oder? Dann wüssten wir unmittelbar, warum, wieso und weshalb dies oder das so ist, wie es ist und das Rumgeeier um die Gift-Eier würde uns nicht empören und erzürnen.

Die Frage nach dem Was-wäre-wenn hat Generationen vor uns beschäftigt und Philosophen seit Menschengedenken. In Zukunft wird das nicht anders sein. Selbst dann nicht, wenn Super-Macht-Mann Trump und Möchtegern-Atom-Macht-Mann Kim Jong-un ihre bombensicheren Fingerfertigkeiten an gefährlichen Hebeln testen.

Fragen über Fragen haben wir – wir alle, die sich von Zeit zu Zeit mit Nachdenken beschäftigen. Fragestellungen, die ungefähr so beginnen: gesetzt den Fall…, nehmen wir mal an…, stell dir mal vor… oder was würde passieren wenn… kennen wir alle – und wir grübeln, diskutieren mit anderen, versuchen uns mit dem Lesen von Kaffeesatz, suchen Antworten in der Glaskugel, achten auf unsere Horoskope. Manche Antwort kommt mit dem Älterwerden und mit den Erlebnissen von ganz alleine. Doch je älter man wird, umso mehr Fragen tauchen auf. Was wäre, wenn wir damals nach links statt nach rechts oder in eine andere Disco gegangen wären, nicht nach Formentera sondern nach Teneriffa geflogen wären? Wissen wir nicht. Weiß keiner.

Peer Steinbrück benutzte gelegentlich die Redensart hätte, hätte Fahrradkette, was passend erscheint, kein bisschen philosophisch klingt und dennoch den Kern trifft und wenn eine was-wäre-wenn-Debatte keinen Sinn mehr macht, weil der Zug abgefahren ist.

11.08.17