Klappstulle mal anders

„Kleine Krabbeltiere sind ein Gaumenschmaus“, betonen Kenner der neuen Food-Szene, die sich auch langsam in Europa und auch im deutschsprachigen Raum breit machen. Für diejenigen, die bereits auf dem asiatischen Kontinent unterwegs waren, ist das Essen von Heuschrecken, Maden und anderem Krabbelgetier ein alter Hut und ein schmackhafter obendrein. Die nehmen nicht mehr Reißaus vor Grillen, Mehlwürmern und anderen Proteinen mit und ohne Beinen.

In der Schweiz hat eine Supermarktkette das absolute Knaller-Sandwich ins Regal gestellt, was zunächst „verhalten angenommen“ wurde, sagt der Anbieter. Doch mittlerweile läuft’s wie geschnitten Brot, könnte man die Jubelrufe des zufriedenen Verkäufers auf gut deutsch beschreiben.

Ein Sandwich mit Salat, Tomaten, Wurst, Käse und einer leckeren Soße mögen wir alle ganz gerne. Jeder von uns hat eigene Rezepte in petto, die immer gut ankommen und die totalen Renner beim Picknick sind. Diese belegten Brotscheiben kamen einst aus England zu uns. Heute ist eine solche „Klappstulle“ allerdings international und so ziemlich weltweit ein Leckerbissen.

Na und der neueste Snack ist eben das Sandwich ohne Wurst und Käse und auch nicht vom Münchner Delikatessen-Käfer, dafür aber mit knackig-würzigen Feinkost-Käfern zwischen Tomaten- und Gurkenscheiben und Mayonnaise-Dressing.

Und weshalb verziehen Sie jetzt das Gesicht und alles in Ihnen ruft igitt-igitt? Ihnen haben doch die dicken Sampi letzte Woche bei Ihrem Lieblingsitaliener auch bestens geschmeckt oder die gegrillten im Urlaub auf Teneriffa in Öl mit viel Knoblauch! Von Ihrem Frankreich-Urlaub will ich überhaupt nicht anfangen und den Froschschenkeln und Weinbergschnecken schon gar nicht. Was also unterscheidet diese Viecher bitte von den anderen grilligen Krabblern?

Haben Sie eigentlich mal drüber nachgedacht, was vielleicht in der guten Himbeer-Marmelade zum Frühstück drin sein könnte? Nee, nicht die aus dem Supermarkt und aus der industriellen Massenproduktion, die ohnehin überwiegend nur aus Aromen besteht. Aber über die, die Oma jedes Jahr selber macht. Oma pflückt die kleinen roten Beeren immer bei Nachbar Lehmann direkt von den Sträuchern. Na und so fit ist Oma rein augentechnisch auch nicht mehr, so dass das eine oder andere Mädchen schon mal mit im Kochtopf landet. Mit dem anderen Gartenobst verhält es sich ebenso – oder? Obst aus eigenem Anbau ist eben Natur pur und da gehören fleischige Inhaltsstoffe eben dazu.

Ach so ja, nun wünsche ich Ihnen allen einen guten Appetit, falls Sie jetzt gerade in die Küche verschwinden, um eine leckere Mahlzeit zuzubereiten. Greifen Sie doch auch mal auf ein Sandwich zurück – kann doch ganz lecker sein und ist mal was anderes!

24.8.17