Germans next KanzlerIn

In vier Wochen sind alle Messen gesungen. Die Bundestagswahl ist Geschichte und das Hauen und Stechen rundum die Koalitionsbildung beginnt.

Doch noch ist es fünf Minuten vor Zwölf mit Tendenz auf voll und die Partei-Protagonisten sabbeln sich nen Wolf, um bei der Zuhörerschaft Begeisterung zu wecken, damit die dann bei der Stimmabgabe am Wahlsonntag auch das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen. Zur Wahl gehen ist wichtig, sagen sie, all die Kreuzchen-Jäger um uns herum. Auf Schritt und Tritt trifft man sie – auf dem Parkplatz, vorm Supermarkt, am Wochenmarktstand, vorm Eingang zum Rathaus, vor der Eisdiele und dem Café sowieso. Überall lungern sie rum, drücken einem Flyer in die Hand, quatschen uns an, tun freundlich und höflich, flunkern uns vor, was ihre Partei alles tun wird, wenn sie erstmal am Ruder sind. Vor der Wahl versprechen sie viel. Und nach der Wahl? Da haben sie sich dann eben versprochen!

Die heiße Schlacht ums Kanzleramt nimmt am kommenden Sonntagabend so richtig Fahrt auf. Da duellieren sich Merkel und Schulz verbal vor laufenden Kameras. Vier Sender – vier Moderatoren – das Spielchen kennen wir schon, ist nicht das erste Mal, ein alter Hut – so wie das Dinner for one an Silvester. Miss Sophie aus dem Kanzleramt gegen den Maître de Pläsier der SPD. Beide polarisieren. Wie die Teilnehmer des alljährlichen Dschungel-Camps, oder wie früher am Samstagabend Hans-Joachim Kulenkampff mit Einer wird gewinnen.

Dieser Titel passt wie die Faust auf die ohnehin schon blauen Augen! Einer geht als Sieger hervor, vielleicht nicht aus dem TV-Duell, doch aber am 24. September nach erfolgter Wahl.

Vor vier Jahren stieg Peer Steinbrück zu Angela Merkel in den Ring und wenn vielleicht anders gefragt worden wäre, die Journalisten vielleicht anders berichtet hätten, oder dies und das nicht dazwischen gekommen wäre… und so weiter und so weiter – ist aber alles schnuppe! Sein Wahlversprechen war übrigens, mit der Kavallerie in die Schweiz einzuziehen. Wegen der vielen Steuersünder natürlich. Doch vorbei ist vorbei und das berühmte hätte, hätte Fahrradkette gab vor vier Jahren viel Raum für Spekulationen und für die altbekannte „was-wäre-wenn-Frage“.

Wetten dass es diesmal auch wieder so sein wird?

Irgendwen wird’s treffen und für irgendwen kommt ganz bestimmt das dicke Ende!

Vielleicht für die Amtsinhaberin – vielleicht aber auch für den Herausforderer?

Sicher ist nur, dass es diesmal nicht Peer Steinbrück sein wird!

31.08.2017