„Ich mach was ich will und irgendwann ist’s auch mal wieder gut!“


„Der Mainstream war noch nie mein Gewässer“, sagt Gerhard Schröder, der hemdsärmelig im großen Saal eines Altenheimes als Wahlkampf-Gast plaudert. Dass der Altkanzler noch lange nicht zum alten Eisen gehört, sieht man ihm an und als er dann noch bestätigt, dass er demnächst einen neuen Job im Lande seines lupenreinen Demokraten-Freundes Putin beginnt, grinst er verschmitzt und sehr zufrieden. Dass dieser Kerl uneingeschränkt das tut, worauf er Lust hat, glaubt man ihm aufs Wort und weder von der SPD noch von den Medien lässt der sich beirren! Ach ja, eine neue Lebensgefährtin soll er auch haben, meint zumindest die Yellow Press zu wissen. Warum auch nicht, denn oft scheint im Tal noch kräftig und warm die Sonne, obwohl auf dem Berg schon Schnee liegt..!

Noch einer macht Reden von sich: Karl-Theodor zu Guttenberg. Er wird in Kulmbach euphorisch umjubelt – genau wie damals, vor seinem Abgang von der Politbühne. „Er ist der bayerische Unterstützer für seine CSU-Familie“, sagt Horst Seehofer und dabei strahlt er über alle Backen und seine Augen leuchten. „KT“ ist zurück – live und zum Anfassen – auf dem politischen Parkett in Oberfranken. Er kommt bei seinem Publikum und seinen Fans an – alles wie früher. Und als er diese Worte spricht „Ich habe alle Konsequenzen gezogen und ertragen. Aber ich darf nach langer Zeit auch für mich selbst sagen: Irgendwann ist auch mal wieder gut…“ da tobt der Saal und Sympathien fliegen dem Freiherrn massenhaft zu.

So sieht Freude aus. Freiwilliger und relaxter Wahlkampf bei den Genossen und jede Menge „mir-san-mir“-Folklore in Bayern.

05.09.2017