Am Frühstückstisch: – Jamaika war gestern

Heinz und Gerda sind im Wohnzimmer und der Fernseher läuft. Ihre Kaffeepötte stehen vor ihnen auf dem Tisch. Heute bleibt die Zeitung unbeachtet, der Fernseher läuft.

Nu schalte doch nicht immer hin und her, Heinz – das Mittagsmagazin kommt im Ersten und im Zweiten!

Ist ja gut Gerda, wollte doch bloß mal sehen ob………….

Ob was? Ob die in der ARD April, April sagen und alles nur ein Fake war? Jedenfalls können wir jetzt allen aus den Sondierungs-Abteilungen zugucken……

Wobei sollen wir denen denn zusehen?

Na wie sie ihre Koffer auspacken, denn nun geht’s schließlich nicht an den Strand von Jamaika in die pralle Sonne. Nun müssen sie sich nen anderes Reiseziel überlegen!

Wie sagt deine Mutter immer so passend: Bleibe im Lande und nähre dich redlich!

Aber mal ehrlich: Was meinste denn, was die jetzt machen?

Na erstmal treten alle zum Rapport zum Bundespräser an und der wird denen schon die Hammelbeine langziehen….

Nötig wär’s ja – besonders seine SPD müsste der sich vorknöpfen. Wenn die nicht gleich am Wahlabend das Handtuch geschmissen hätten, dann…

Was dann? Mensch Gerda, das sind Spekulationen und das lass mal schön sein. Weißt doch was deine Mutter immer sagt: Fürs Gewesene gibt der Jude nüscht! Ist so wie „hätte, hätte Fahrradkette“ hat doch der andere Steini damals verkündet.

Ist ja nun auch schnuppe – zu spät is zu spät, das Kind liegt im Brunnen und jetzt kommt’s anders….

Neuwahlen etwa? Das kostet doch ein Schweinegeld und keiner garantiert, dass der doofe Wähler – der an diesem Dilemma sowieso nur schuld ist – sich eindeutiger als im September äußert.

Jetzt halt mal die Klappe, da kommt jetzt das Interview mit der Schwesig, der dusseligen Kuh…

Von wem redest du denn da Heinz?

Na von der SPD-Barbie aus Schwerin! Die tölt doch nun rum, dass ihre Partei jetzt den Jamaika-Trümmerhaufen zusammenfegen soll, den die anderen Parteien verursacht haben!

Witzig ist das schon, gibt auf alle Fälle ne gute Überschrift ab: Manuela Schwesig, die Trümmerfrau aus Schwerin!

Hör mir mit den Ossis auf, Heinz! Die kann ich nach wie vor nich verknusen.

Ja ja ich weiß Gerda, aber darum geht’s im Moment nich. Jetzt geht’s um alle Deutschen, um eine neue Regierung und das is viel wichtiger, als dein ewiges Rumgemecker über die Ossis.

Aber is doch so, Heinz….

Nee, nu lass mal stecken, dann kannste auch die Bayern ins Visier nehmen, denn der Seehofer hat’s auch faustdick hinter den Ohren. Der ist dermaßen machtgeil – das geht auf keine Kuhhaut, sage ich dir!

Warum kann der den Söder eigentlich nich leiden – ist doch ein ganz netter Typ, finde ich!

Was weiß ich denn, bin ich Hanussen?

Zu welcher Partei gehört der Typ denn – der sagt mir namentlich auf Anhieb nichts, Heinz?

Ach Gerda, Hanussen war ein Hellseher mit jüdischen Wurzeln, hat aber auch mit den Nazis sympathisiert, hat ihm aber nix geholfen, die haben ihn trotzdem ermordet.

Und, was hat er denen orakelt?

Angeblich hat er den Reichstagsbrand vorausgesehen. Mensch Gerda, google den doch mal, da kannste alles über ihn lesen.

Haben wir nicht auch so einen Hanno… was haste gesagt, wie der heißt? Also ich meine ja bloß – den könnte man doch befragen, wie es hier nun so weitergeht – meinste nich auch?

Schöne Idee, aber da fällt mir keiner ein! Und außerdem gibt’s doch jede Menge Spekulanten bei den Journalisten und Politik-Klugscheißern – die tun doch sowieso als wüssten sie ohnehin, wie’s weitergeht.

Was ist denn mit Nostradamus – kann der nich mal ran?

Nee Gerda, das geht nich mehr, mit der Idee kommste schlappe 500 Jahre zu spät!

Na denn eben nich! Hab ja bloß gedacht, dass wir der Merkel nen Gefallen tun können…

Wie jetzt, du willst der Merkel nen Gefallen tun – hab ich das richtig verstanden?

Na ja, bei Angie wissen wir doch, was wir haben. Die ist sozusagen keine Katze im Sack! Aber stell dir doch mal den Schulz als Kanzler vor oder irgendeine der SPD-Mädels, also die da aus MeckPomm oder die Nahles, bei dem Gedanken wird‘s mir speiübel…!

Ach Heinzeken, ich koche uns mal nen schönen Tee, denn es heißt doch immer: Abwarten und Tee trinken!

24.11.2017