GROKO oder K(G)ROKO-DI(EA)L?

Was wird’s denn bloß? Eine große Koalition, eine Minderheitsregierung oder wird gewählt, bis die Schwarte kracht? Eine große Koalition ist ein Club von politischen Urgesteinen, in dem man so lange miteinander „dealt“, bis es irgendwie passt! Ähnlich wie Krokodile, die in der freien Wildbahn ihre Jagdgebiete abstecken – auch die arrangieren sich.

Nur wer redet, dem kann geholfen werden, sagt man. Klappt im richtigen Leben ziemlich gut – in der Politik bei der Regierungsbildung offensichtlich nicht. Was ist denn bloß so schwer daran, eine Regierungskoalition zu bilden? Jede Partei hat ihre eigenen Themen und Ansichten. Eine Verhandlungsgruppe will soziale Gerechtigkeit für alle, die andere Steuerersparnis für Gutverdiener, die nächsten den Bremsklotz für die Aufnahme von Flüchtlingen und die Umwelt retten wollen sie alle, also fast alle. Jede will nur das Beste für seine Klientel, seine Wählerschaft – beteuern sie jedenfalls.

Aber wer sind Klientel und Wählerschaft und was wollen die und wissen das die Parteien? Auf jeden Fall wollen die Wähler eine Regierung, die sich am Wahlergebnis orientiert, das Land optimal am Laufen hält und nach Möglichkeit eine Legislaturperiode überdauert.

Und was wollen die Parteien und ihre Bonzen?

Sich im Sondieren üben, verhandeln – ergebnisoffen und endlos, sich öffentlich streiten, schachern um Posten und Pöstchen, sich gegenseitig wortreich ans Bein pinkeln oder freundschaftlich umarmen – selbstverständlich mit Begleitung von Journalisten, Kameras und Mikrofonen. Also das mit dem Austauschen von gemeinsamen Reiseplänen hat nicht funktioniert und ist krachend in die Hose gegangen. Der Trip in die Karibik ist jedenfalls gestrichen – zumindest derzeit.

Die Sozis haben null Bock auf Merkel und Regierungsverantwortung. Lieber Opposition und sich neu erfinden, sagt Schulz. Drum ein vielfaches Nein und nochmals nein zu einer Liaison mit Merkel! Oder nun doch vielleicht wieder Groko? Der Bundespräsident hat allen den Marsch geblasen, heißt es. Und wenn man nicht mehr weiterweiß, dann bildet man nen Arbeitskreis. Bei der SPD ist es ein dreitägiger Parteitag. Da wird über alles geredet, abgestimmt, beraten – auch über eine Zukunft mit oder ohne Schulz – und dann sind alle klüger – hoffentlich!

Eines steht aber bestimmt fest und ist so sicher, wie das Amen in der Kirche: Alle wissen definitiv, dass nämlich in zwei Wochen der Weihnachtsmann um Aufmerksamkeit bittet, danach der Jahreswechsel gefeiert werden möchte und dass das politische Neue Jahr frühestens am Tag der Heiligen Drei Könige beginnt – je nach Partei und Region. Bis dahin ist der Blick auf alles Mögliche gerichtet, aber nicht auf Politik!

„Wir müssen nicht um jeden Preis regieren“ – so Martin Schulz in seiner SPD-Parteitags-Eröffnungsrede. Aber Der Preis ist heiß – hieß mal eine RTL-Spielshow und die hat manch einen hinterm Ofen vorgelockt!

07.12.2017