„Bleiben Sie heiter…………. irgendwie!“

Maybrit Illner beim Katholikentag.

Nein, ich kann und will nicht heiter bleiben! Kein bisschen will ich das, denn ihre Fisimatenten vor der Kamera, am halbrunden Tisch zwischen ihren Gästen machen mich wütend und keineswegs heiter, sie bringen mich auf die allerhöchste Palme!

Wie kann ein körperlich rundum gesund aussehender Mensch den Kopf dermaßen schief halten, so dass man denkt: Ach du Schreck, was ist ihr denn bloß Schlimmes geschehen?

Ebenso die Mimik von Mund, Augenbrauen und Stirn! Das alles kann sie unmittelbar von einer Sekunde zur anderen anhalten, als sei das Gesamtbild ihres Ausdrucks zum Foto erstarrt!

Und dann erstmal die Arme, Hände und Finger – die kann sie nicht nur nicht stillhalten, sie kann sie sogar in voller Bewegung in der Luft ausbremsen – also in voller Fahrt sozusagen bewegungstechnisch einfrieren! Das sieht unmöglich aus und da kann man beim Hingucken doch nicht heiter bleiben!

Mensch Fräulein Klose………………geht’s noch?

Dieses Rumgefuchtel ist grottenschlimm, ebenso das ewige mit dem Finger auf Menschen zeigen – und unhöflich ist es außerdem! Schon mal was von Herrn Knigge gehört – oder war der ein Unbekannter auf der anderen Seite des antifaschistischen Schutzwalls?

Fräulein Klose aus Berlin-Friedrichshain machte ihr Abi an der Friedrich-Engels-Oberschule, studierte Journalistik am „Roten Kloster“ in Leipzig und verdiente danach ihre Brötchen als Sportjournalistin und in der Auslandsredaktion des Fernsehens der DDR. Ach ja, bevor sie 1988 so richtig in die machen-wir-mal-was-mit-Medien-Branche einstieg, ehelichte Fräulein Klose Herrn Michael Illner – machte sich rein namenstechnisch schon mal viel besser als Klose. Mit ihr ging es beim Deutschen Fernsehfunk schnell bergauf, mit der DDR und der Mauer rapide bergab und als die Wende unaufhaltsam Kurs auf deutsche Wiedervereinigung nahm, witterte auch Maybrit Illner Morgenluft und startete gen westliche Medien durch, bevor sie irgendwann beim ZDF-Morgenmagazin landete. Sie erklomm unaufhaltsam die Karriereleiter und anno 2019 kann sie das zwanzigjährige Jubiläum der Talkshow, die schon jahrelang ihren Namen trägt, feiern.

Frau Illner ist in die Jahre gekommen und wenn der Fernseher in HD sendet, bleibt das dem Zuschauer nicht verborgen. Falten und Krähenfüße sind mit Schminke zugespachtelt, obwohl zu viel Farbe meist auch keine Lösung ist.

Doch so ist das nun mal mit dem modernen Schnickschnack: Eine TV-Talkrunde in hochauflösender Bildqualität ist eben was anderes als ein Tierfilm, der die Tigermama mit ihrem tapsigen Baby in Nahaufnahme präsentiert!

Mittlerweile gehört Maybrit Illner zur Generation fünfzig plus. Von ihrer ersten Ehe blieb nur der Name und mit Ehemann Nummer zwei, der einstige Telekom-Ober-Mann, hat sie das verflixte siebte Ehejahr hinter sich.

Wenn nichts dazwischenkommt, dann verlässt sie vermutlich ihren ZDF-Donnerstags-Sitz- und Sendeplatz erst dann, wenn sie sich aufs geruhsame Altenteil zurückzieht. Bis dahin wird sie im Grimassenziehen und in händischen Fuchtelattacken sicherlich noch jede Menge Kreativität zutage fördern und die Schar der Zuschauer polarisieren. Daher ist es echt ratsam, donnerstags ab 22:15 Uhr in jedem Fall die Fernbedienung griffbereit zu haben, um entweder Frau Illners Einschaltquoten zu erhöhen, oder umgehend woandershin zu zappen. Ob das dann informativer und unterhaltsamer inklusive Mimik und Gestik ist, bleibt fraglich!

25.01.2018   Foto:  Metropolico.org, Maybrit Illner 2016-05-27 03, CC BY-SA 2.0