Frühlingserwachen bei Frau Maischberger?

Noch anderthalb Stunden bis zum meteorologischen Frühlingsanfang. Sandra M. hat zur Diskussionsrunde ins Studio geladen. Gehören ARD und ZDF abgeschafft – so wie es die Eidgenossen per Volksentscheid gerade versuchen – oder muss das Öffentlich-Rechtliche bleiben, koste es, was es wolle – der Bürger zahlt es ja!

Emil Steinberger – der über die Grenzen bekannte humoristische Kabarettist aus dem Land von Heidi und dem Alm-Öhi – ist zugeschaltet und er bekennt sich zum Erhalt des „Staatsfernsehens“. Er erläutert die derzeitige Schweizer Stimmung vor der Abstimmung am Sonntag. Eine Weltspiegel Extra-Ausgabe versucht, dem Zuschauer zu vermitteln, wie Fernsehen bei unseren Nachbarn in Polen, Österreich, Finnland, Italien etc. aussieht, bevor die Studiogäste unter Anleitung der Chefin das Wortgefecht eröffnen.

Frau von Storch und Tom Buhrow vis-à-vis – ach, das kann unterhaltsam werden, denkt sich der späte ARD-Konsument. Neben dieser Dame ein Grandseigneur der deutschen Samstagabend-Fernsehunterhaltung, Thomas Gottschalk, dann noch der Herr Kofler vom privaten Fernsehen und die Tagesthementante Pinar Atalay. Mittendrin Frau Maischberger.

Wer kann, guckt in HD. Das unterstreicht Falten und Fältchen aller Disku-Tanten (und Onkel) enorm und der in die Jahre Gekommenen ganz besonders, denn kein noch so gutes Makeup verbirgt die Zeichen der Zeit.

Das Thema ist brisant und aktuell, geht einher mit Zwangsgebühren fürs Hören und Sehen, Geldverschwendung, oftmals schlechten Programminhalten, Wasserkopfverwaltung in den Anstalten und dem ganzen Drumherum, was den staatlich festgelegten Programmauftrag ausmacht.

Die adlige Beatrix von Storch geborene Herzogin von Oldenburg schubst Tom Buhrow ziemlich unfein von seinem verbal hohen Pferd, und zwar völlig an der Sache orientiert, ohne die übliche AfD-Hetze. Sein Lobgehudel aufs öffentlich-rechtliche System gefällt ihr nicht. Sie hat es eher mit den Begriffen Staatsfernsehen, Zwangsabgaben und vergleicht es mit den aus der Zeit gefallenen Postkutschen nach Erfindung des Autos.

Er, der tolle Fernsehmann, der im Besitz eines Publikum-Bambis ist und auch schon den Deutschen Fernsehpreis für die beste Information erhalten hat………jawoll, die beste Information! An ihm übt man Kritik – unverschämt! Und dann noch eine AfD-Tussi! Hat der Mann doch nun wirklich nicht verdient. Er, der Boss der größten deutschen ARD-Sendeanstalt mit einem stattlichen Jahressalär von 400T€, den kritisiert man doch nicht.

Jetzt auch noch der Kofler, der ihm unterstellt, Rosinen aus einem Kuchen gepickt zu haben, lukrative Sportrechte mit gut bezahlter Werbung oder so! Nee, das geht zu weit. Buhrow guckt empört aus der Wäsche, er ist geradezu beleidigt.

Bei Kofler argumentiert er nonverbal mit Handauflegen – schöner Versuch, klappt aber nicht. Kofler ist auch dadurch nicht zu bändigen.

Doch da springen ihm auch schon die Damen Maischberger und Atalay zur Seite. ARD ist wichtig, das weltweite Korrespondentennetz unverzichtbar, Qualitätsjournalismus – alles ist gut und vielfältig für alle und jeden und das muss so bleiben, tönt es aus ihren Mündern!

Als Mister Wetten-Dass erneut das Wort ergreift, schielt Buhrow misstrauisch in seine Richtung. Das Multitalent übt konstruktive Kritik, denn er findet öffentlich-rechtlich eigentlich ganz okay, allerdings nicht so weitverzweigt und schweineteuer, wie derzeit! Donnerwetter, das hat Buhrow wohl vom Unterhaltungskasper nicht erwartet – zumindest lässt sein Gesichtsausdruck darauf schließen.

Spätestens jetzt hätte die heiße Wortschlacht zu Ende sein sollen, doch sie ging weiter – leider und vermutlich ist das auch eins von diversen Problem im Öffentlich-rechtlichen. Heißt es nicht: wenn’s am Schönsten ist, soll man gehen?

Egal, noch ernährt sich ARD und ZDF vom Gebührenzahler – okay Werbeeinnahmen gibt’s auch. Doch um die muss man kämpfen, für die muss man was tun, da gehört klappern zum Handwerk! Dagegen ist der Gebührenzahler so sicher, wie das Amen in der Kirche – der zahlt immer, der muss zahlen, sonst hetzt man ihm den langen Arm des Staates – in diesem Fall die GEZ – auf den Hals!

Und davon kann die Blaublütige ein Lied singen, denn Frau von Storch musste diese Kröte schlucken, als sie die Zahltage der GEZ ignorierte…

01.03.2018