„Tigi, Keller aufräumen muss sein!“

Heute will Tigi den Keller aufräumen und vor allem auch ausmisten und das, was absolut nicht mehr gebraucht wird, wegwerfen. Ausgerechnet heute und diese Woche, wo doch die Müllabfuhr im Streik ist und man nicht weiß, wann die Jungs in orange mal wieder ihren Dienst antreten!

Trotzdem, unser Tigi legt los, hat all seine Kumpels zusammengetrommelt, alle sollen helfen und er, die große dominante Miezekatze gibt Anweisungen.

Was sollen aber zum Beispiel Familie Heinrich Grabowski denn für Arbeiten erledigen, oder gar die Eichhörnchen? Und dann erst mal Gerda, die Haustaube, die aufgrund ihres Alters ohnehin schon Probleme mit dem Starten und Landen hat. Meine Befürchtungen gehen schlichtweg dahin, dass alle nur noch mehr Unordnung machen, als es ohnehin schon der Fall ist. Alleine die Grabowskis benehmen sich schon unterirdisch – sie sind nun mal Maulwürfe. Die kennen sich am oberen Ende der Grashalme nicht gerade gut aus und sehen können sie auch nicht richtig, aber Brille wollen sie nicht tragen und Kontaktlinsen sind auch nicht optimal für diese Tierart.

Also ich lass die da unten im Keller einfach machen, irgendwann werde ich schon Rückmeldung von Tigi bekommen, wie es denn gelaufen bzw. der Stand der Dinge ist. Hier oben in der Wohnung stelle ich das Radio immer lauter und lauter, denn das ständige Rumoren aus dem Keller dröhnt ganz gewaltig durchs Haus. Zum Glück sind alle unsere Nachbarn bei dem schönen Wetter draußen, teils zum Einkaufen, zum Radfahren, zum Genießen des Frühlings oder machen irgendwelche Besorgungen. Es poltert, es klappert, rumpelt und pumpelt im Keller und im Treppenhaus und plötzlich klingelt es an der Tür und es ist der Briefträger. Der drückt mir ein Päckchen in die Hand, zieht die Augenbrauen hoch und fragt, ob mein Mann im Keller was Neues baut, denn es hämmert und klopft schließlich so intensiv. Dann ist der Mann mit seinem Elektrofahrrad auch schon wieder verschwunden.

Wenig später klingelt das Telefon und Tigi meldet sich. Er bestellt für sich und seine Kumpels Erdnüsse, eine Tüte gegrillte Regenwürmer und diverse Früchteteesorten, schließlich muss mal eine Pause eingelegt werden. Alles soll auf die Terrasse gestellt werden, denn da kann man ganz gemütlich sitzen und die Pause verbringen.

Im Keller haben alle Beteiligten ein riesiges Chaos angerichtet, denn jeder der Anwesenden hat eine spezielle Meinung von dem, was ausgemistet oder aufgehoben werden soll. Die beiden Krokodile fanden ihre Planschbecken ausgesprochen wichtig und die Wassereimer zum  Fischtransport ebenso. Die Maulwürfe benötigen auch weiterhin Schaufeln und Schippen, Buddeleimer und Sandkisten mit Rasenaussaat, denn schließlich ist das ihr Lebenselixier und von dem können sie sich absolut nicht trennen. Die beiden Eichhörnchen Helmut und Henri die Flitzpiepe wollen an ihrem Vorrat an Haselnüssen, Erdnüssen mit längst abgelaufenem Haltbarkeitsdatum festhalten, man kann schließlich niemals wissen, ob man diese Nüsse nicht noch mal braucht.

Im wahrsten Sinne des Wortes war Tigis Aufräumaktion im Keller für die Katz! Als hätte er geahnt, dass ich ihm die Leviten lesen will, denn auf dem Wohnzimmertisch liegt ein Zettel von ihm und auf dem steht:

Hallo Ihr Lieben, bin mit Mathilda und Gerda nach Bremerhaven unterwegs. Vielleicht wandern wir aus….macht Euch also keine Sorgen, wenn wir zum Abendessen nicht wieder zuhause sind……..lebt wohl, die Zeit mit Euch war schön! Euer Tigi.

25.03.2014

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