Auf dem Laufsteg der Eitelkeiten

Wer glaubt, dass der Catwalk nur was für schmucke männliche Models, magere weibliche Mannequins und selbstverliebte Modeschöpfer ist, um aktuelle Designermode perfekt in Szene zu setzen, der irrt gewaltig.

Nicht nur Mode wird auf dem Laufsteg präsentiert, sondern auch der Polit- und Sport-Zirkus finden auf ihm statt.

Berühmte Sportler und Sportlerinnen sind wahre Laufsteg-Experten. Bei allen großen nationalen und internationalen Veranstaltungen sind sie dabei. Die Besten der Allerbesten aus angesagten Sportarten posieren gekonnt vor den Kameras der Werbe-Fuzzys für Tofu-Teewurst, Bio-Käse, Brotaufstrich mit Kräutern, Nudelsoße, Kosmetika, schmucke Autos, die vertrauensvolle Bank und Sicherheitstechnik im Eigenheim. Vom Scheitel bis zur Sohle sind diese Models und Dressman gestylt, geschmückt mit edlem Geschmeide und gekonnt frisiert von Meisterhänden.

Ein prominenter Fußballer muss eben zwangsläufig nicht nur berauschende Tore schießen, nach brasilianischen Vorbild das Dribbeln beherrschen oder als Libero eine gute Figur machen. Wichtig ist es im richtigen Outfit ein Bifi-Würstchen zu essen wie Thomas Müller, die Chips-Tüte in der Hand zu halten wie Schweini oder eben die Prinzenrolle wie Lukas Podolski. Werbe-Ikone für Sport und Konsum zu sein, ist heutzutage unerlässlich und bei allen Protagonisten und Beteiligten klingelt es ordentlich in der Kasse.

Allerdings sollten bei wichtigen Turnieren alle gemeinsam wieder auf dem grünen Rasen verlässlich und leistungsstarke Teamplayer sein, sonst gibt’s unterm Strich für die gestellte Aufgabe nur eine Lösung: Wieviel sind zehn Packen weniger neun Packen? Jawoll! Da bleibt nach Adam Riese nur noch ein Packen übrig!

Und genau das haben die schwarzrotgoldenen Kicker nun auch getan. Hat diesmal eben nicht mit dem Nimbus „Turniermannschaft“ geklappt. Bei dem Rasen-Gewurschtel ist der Schuss gewaltig nach hinten losgegangen und mit dem Ballbesitz-Fußball (Experten nennen den deutschen Spiel-Stil so) haben unsere Bubis keinen Blumentopf gewinnen können und ohne Pokal ging es nach verpatzter Vorrunde ab nach Hause.

Jetzt wird dreckige Wäsche gewaschen. Kein Wunder bei dem, was alles so in die Büx gegangen ist! Wie heißt es so trefflich: Erst hatten sie kein Glück und dann kam noch Pech dazu.

Mütterchen Russland ist für die deutschen Fußballer und das gesamte Team jedenfalls Geschichte. Tränen sind gekullert, etliche Spieler sind traurig, manche enttäuscht, andere raufen sich die Haare, es wird nach Schuldigen gesucht – momentan zwar noch leise, aber wenn dann die Urlaubs- und Ferienzeit wieder rum ist, die Bundesliga wieder angepfiffen wird, geht’s sicherlich ernsthaft zur Sache und die Frage lautet: Was nun Herr Löw?

Dann gibt’s noch den Kanzleramtssteg im Berliner Regierungsviertel, der eigens nur für Mitglieder der Bundesregierung, deren Gäste, potenzielle Polit-Karriereanwärter und wenige Insider zugänglich ist und auf dem Hunz und Kunz unerwünscht sind!

Auf diesem Beamtenlaufsteg herrscht momentan ungewöhnlich viel Getrappel und von Sommer- und Ferienfeeling ist absolut noch keine Spur.

Ob die Damen und Herren gewählten Volksvertreter überhaupt den geplanten Urlaub so machen können oder dürfen, ist derzeit ungewiss, denn Angela Merkel und Horst Seehofer zoffen sich gerade kräftig. Ausgang des Streites ist noch ungewiss und wer hier wen besiegt ebenso.

Vielleicht braucht Deutschland kurzfristig einen neuen Innenminister oder vielleicht sogar eine neue „Mutti“ – ab nichts Genaues weiß man nicht – alles nur spekulativ! Aus angeblich gut informieren Kreisen kann man allerdings hören, dass sich der Eine oder die Andere bereits warmläuft, was bei den sommerlichen Temperaturen bestimmt nicht ungewöhnlich ist.

30.06.2018