Berlin versus Bayern, Deutschland gegen den Rest der Welt

Da sage noch einer Politik und Fußball sind zwei verschiedene Schuhe! Das stimmt keineswegs, wenn man mal die zwei letzten Wochen betrachtet.

WM in Russland beginnt und schon nach dem dritten Spiel tritt die deutsche Mannschaft ziemlich blamiert, niedergeschmettert und völlig belämmert die Heimreise an. Spiel-Analysen machen hinterher keinen Sinn und eigentlich kann das Fazit nur lauten: Wer Angst vorm Ball hat, sich nix traut, wem die Kampfeslust fehlt, wer null Bock auf rennen und schießen hat, der hat es auch nicht besser verdient. Der Weltmeister wird aus dem Turnier gekickt!

Wer hat Schuld, wer wird hinschmeißen, wer muss zurücktreten und was dann? Jede Menge offene Fragen warten auf Antworten. Jogi Löw gibt schon mal bekannt, dass er bleibt!

Das ist aber nur ein öffentlichkeitsträchtiger Schauplatz.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt in Berlin und München. Der bayerische Löwe Horst brüllt laut und vernehmlich gegen Kanzlerin Angela. Wer glaubt, zwischen beiden herrscht seit Bildung der neuen Koalition Freude, Friede, Eierkuchen, der irrt gewaltig. Bei Lichte betrachtet sind die beiden erbitterte Kontrahenten und nicht erst jetzt. Sie waren schon immer wie Hund und Katze, Wasser und Feuer, Ying und Yang. Er ist knapp zwei Meter lang und aus dem südlichen Freistaat, sie dreißig Zentimeter kürzer und aus MeckPomm im Osten. Er ist heimatbetont und reist nicht gerne, sie ist meist auf Reisen – Deutschland intern nicht so ihr Ding.

CDU und CSU sind Schwestern. Doch wo steht geschrieben, dass Geschwister ein Kiek und ein Ei sein müssen? Bereits die Brüder Grimm haben in vielen ihrer Märchen zum Ausdruck gebracht, dass Brüderchen und Schwesterchen keineswegs immer harmonische Zeitgenossen sind. Da gab es doch die eine oder andere, die gönnte der anderen nicht mal das Schwarze unterm Nagel. Und wenn dann noch der edle Prinz hoch zu Ross dem Aschenputtel schöne Augen und Avancen machte, hatte sich Geschwisterliebe gänzlich erledigt.

Rosenkrieg zwischen Horst und Angela? Natürlich trennen sie sich nicht! Beide bleiben im Geschäft. Sozusagen gekauft wie besichtigt – Umtausch ausgeschlossen. Ob das mal gut geht?

Lediglich eine Tatsache steht fest: Frau Merkel wird in diesem Jahr keine Kabinenbesuche bei verschwitzten, jubelnden und Freudentränen vergießen deutschen Kickern machen.

Keine gute Zeit für Selfies – weder mit Fußballern im schwarz-weiß-roten Hemdchen und Höschen noch mit einem durchgeknallten bayerischen Löwen und CSU-Vorsitzendem!

03.07.2018