Problem-Bär, Alpha-Tier oder einfach nur ein Meckerkopp?

Tja, was davon ist unser aller Freund Horst Seehofer – derzeit Innenminister im Kabinett Merkel und der Dame macht er derzeit null Freude. Was heißt derzeit – noch niemals hat er der Chefin Freude gemacht! Liegt aber auch in der Natur der vielfach gemeinsamen Wirkungsstätte, denn immerhin ist der Reichstag das Regierungsgebäude Deutschlands und kein Freudenhaus.

Da haben die weiß-blauen Landsleute mal wieder ein schönes Exemplar nach Berlin exportiert! Als wären in der Hauptstadt nicht schon genug Exoten – und nicht nur alpenländische – vorhanden, denkt der politisch interessierte Beobachter. Im Reichstag und den Ministerien sind schon genug von diesen Typen unterwegs! Und nun auch noch der Bayerische Voll-Horst! Allerdings kennt der sich in der Hauptstadt bereits bestens aus, denn immerhin hat er vor etlichen Jahren schon mal ein Intermezzo in Spree-Athen gegeben. Dieses Gastspiel bekam seinerzeit Hand und Fuß, so bestätigt es jedenfalls Frau Fröhlich, die Mutter seiner unehelichen Tochter.

Horst heißt er! Graue Haare zieren sein Oberstübchen, in dem es in letzter Zeit manchmal ein wenig wirr zugeht. Die Flüchtlingsnummer, der Rücktritt vom Rücktritt und nun äußert er sich zum Fall Özil und dem DFB. Als Sportminister soll er das auch, aber doch nicht erst Wochen später. Ob ihm da womöglich bislang Uli Hoeneß den Maulkorb angelegt hatte? Ist echt egal – irgendwas ist immer Anlass für ihn, seinen Senf dazuzugeben.

Für Seehofer gibt’s keine Saure-Gurken-Zeit. Er entkorkt immer wieder Flaschen, die Sprengstoff enthalten. Dieser Bayern-Import ist ein Nörgler, ein Stänkerer, ein bisher noch ungekrönter Weltmeister im Mosern, Motzen, Murren und Knurren. Deshalb ist er nur bedingt beliebt, sagen die einen und genau diese Eigenschaften lieben andere an ihm. Er polarisiert eben und nicht nur in der CSU.

Knapp zwei Meter misst er und dieses stattliche Mannsbild kommt bei den Damen gut an. Seine erste Ehe war zwar überschaubar kurz, seine zweite dauert noch an – trotz seiner ausgeprägten Vorliebe fürs Fehltreten. Vermutlich bleibt aber die CSU seine große und uneingeschränkte Liebe, denn der gehört sein Herz ununterbrochen seit 1971 und seit einem Jahrzehnt ist er der Boss dieses Kanzler-Wahl-Vereins.

Mit Seehofer werden wir noch unser blaues Wunder erleben, sagte neulich jemand über ihn! Wen wundert’s – er ist und bleibt eben eine Wundertüte! Selbst wenn er denn mal die aufmüpfige Klappe hält, kommt der höchste Richter unseres Landes um die Ecke und hält ihm vergangene und aktuelle sprachliche Verfehlungen in der unendlichen (Flüchtlings-) Geschichte vor. Asyltourismus zum Beispiel sagt man nicht, wettert der eine und ein Richter soll sich nicht als Sprachpolizist aufführen, schimpft der andere.

So ist er nun mal – unser Horst! Und mit schlapp siebzig Lenzen wird er sich nicht mehr ändern und ihn ändert auch keiner mehr. Die Frage ist nur, ob er nicht bald über die eigenen Quadratlatschen stolpert? Und wenn er ins Schlingern kommt, wen er dann wohl mit in den Abgrund reißt – die Merkel, den Söder, den Dobrindt oder gar seine geliebt CSU an Herrn Gauland verliert?

Abwarten! Auf den heißen Sommer, folgt die Wiesn in München und eine Woche später geht’s im Bayernland an die Urne und dann ist Zahltag – auch für die CSU und ihren Boss!

Foto: Pressefoto BMI

27.07.2018