By the rivers of Babylon….und anderswo!

Herr Gott hatte sich ziemlich ins Zeug gelegt, um die Erde zu erschaffen und als er damit in den letzten Zügen lag, Erdteile, Deutschland, das Rheinland und den Kohlenpott fertig hatte, rief Frau Göttin: „Schatzi, Essen ist fertig!“ Bei Manna und Met diskutierten beide zu den Harfenklängen ihrer Bediensteten, was wohl noch fehlen könnte und seine himmlische First Lady schlug vor, noch ein bisschen Grünzeug, Tiere und was Menschliches anzufertigen.

Somit nahm die Geschichte der Menschheit ihren Lauf – kennen wir alle: Erst alles vom Feinsten bei Adam und Eva, paradiesische Stimmung mit FKK und allem Drum und Dran, bis zum Auftritt der Schlange. Trotzdem, alles ging damals gut und ihre Tête-à-têtes blieben nicht ohne Folgen und langsam aber sicher entstand in den kommenden Jahrhunderten die Weltbevölkerung.

Herr Gott war im Großen und Ganzen mit seiner schöpferischen Meisterleistung zufrieden, selbst wenn er von Zeit zu Zeit seine irdischen Freunde aufs rechte Maß zurechtstutzen musste.

Irgendwann – erinnern Sie sich noch? Damals in Babel war’s. Ganz viele Menschen – also sozusagen die damalige Erdbevölkerung – versuchten, gemeinsam eine Stadt und einen Turm zu bauen. Verständigungsschwierigkeiten gab’s damals keine, denn alle sprachen eine einzige Sprache. Kein Englisch, kein Französisch, keinen sächsischen, bayerischen oder friesischen Dialekt, keiner berlinerte, niemand lispelte oder stotterte – rein sprachlich war alles tutti. Drum klappte es auch mit der Turm-Bauerei einfach perfekt.

So wuchs das Bauwerk höher und höher und eines Tages entschied Frau Holle beim Bettenmachen, dass sie das mal ihrem Chef verklickern sollte und der fand das überhaupt nicht ulkig. The Big Boss hatte echt Bammel, dass die von da unten ihm, Petrus und den vielen Engeln aufs Dach steigen und allen anderen Himmlischen regelmäßig auf den Keks gehen könnten. Drum beschloss er auf der Stelle, dem bunten irdischen Treiben in Babel ein Ende zu machen! Aber wie bloß?

Da kam ihm die Idee, allen erst mal rein verständigungsmäßig in die Suppe zu spucken und er verpasste jedem eine andere Sprache. Da hatte sich das mit dem Bau des Turmes von einer Minute zur nächsten erledigt! Hol mir mal den Mörtel, oder gib mir mal den Hammer, ich brauche jetzt die Steine – keiner verstand den anderen mehr und das Vorhaben mit Stadt- und Turmbau konnte in die Tonne getreten werden. Als die Menschen merkten, dass es mit der Verständigung finito war, verließen die meisten enttäuscht Babel, um ihr Glück woanders zu suchen und vor allem, um Menschen zu finden, mit denen sie reden und sich verständigen konnten.

So oder so ähnlich jedenfalls steht’s in der Bibel im Buch Genesis.

Das war wohl auch der Startschuss zum Aufbau der Weltbevölkerung auf allen Kontinenten, mit unterschiedliche Menschen, Sprachen, klimatischen Verhältnissen und was sonst noch alles dazugehört.

An die 7.000 Sprachen soll’s mittlerweile geben – sagen Wissenschaftler – und dann kommen noch die Dialekte dazu! Unglaublich, dass alleine schon eine Milliarde Menschen Mandarin sprechen! Die restlichen knapp sieben Milliarden sprechen deutsch, englisch, russisch, spanisch, französisch und so weiter und so weiter…………nicht wenige hawaiianisch und tanzen noch Hula-Hula dazu!

Täglich werden wir mit neuen Sprach-Varianten konfrontiert oder verstehen Sie zum Beispiel unsere Politiker mit ihren Worterfindungen, oder die krasse Jugend mit ihrem modernen Sprech?

Wenn’s heißt voll der Fake, wollnma Kino gehen, machma, lassma bringt man das ja noch auf die Reihe. Oder wissen Sie, dass guttenbergen abschreiben heißt, ein Omabonbon eine Tablette ist, auf einer Salamiparty keine Mädels anwesend sind, ein Mangagerdackel ein Rollkoffer ist, Alpha-Kevin der absolute Blödmann bedeutet, Analhusten einfach nur pupsen heißt, Bildschirmbräune der hat, der nur vorm PC hockt und ein Blechpickel ein Piercing ist?

Eigentlich wie damals in Babel – finden Sie nicht auch?

30.07.2018