Tigi, Gerda und noch zwei Tauben

Große Aufregung im Garten! Gerda hat einen neuen Lover mitgebracht, erzählt Tigi. Der Typ ist wesentlich jünger als Gerda und ihr bisheriger Partner. Gut durchtrainiert ist der junge Mann und für einen Tauberich riecht der absolut toll. Meistens riechen diese Bengels nicht gerade frisch und Tauben schon gar nicht – eher wie Laterne ganz unten. Der hat vielleicht gepflegte Krallen, sage ich dir, da kann man richtig neidisch werden. Ich glaube, der geht ständig zur Maniküre.

Na schau mal an, was Tigi so alles weiß!
Das Federkleid des Neuankömmlings soll von einem Designer vom Markusplatz in Venedig stammen, sagt Tigi. Giovanni ist sein Name.

Der vom Modefuzzy?
Nee, von dem Taubenkerl! Der ist übrigens mit einer Mitfliegerzentrale direkt aus Afrika eingeflogen worden. Die wird von Störchen aus Afrika betrieben und an dieser Airline ist Giovanni wohl finanziell beteiligt, erzählt man sich auf Twitter. Am rechten Fuß trägt er einen goldenen Ring. Ob der Vogel wohl verheiratet ist und er unserer Gerda nur so nebenher schöne Augen macht?

Frage mich das doch nicht. Woher soll ich das denn wissen. Geh raus und knöpf ihn dir vor, schließlich ist Gerda deine langjährige Freundin!

Endlich ist der Sabbelfritze weg und ich kann in Ruhe Rote Rosen im Ersten sehen. Da geht es gerade richtig rund, der Holländer nervt Merle ganz schön dolle und die Freundin vom Fahrradhändler lügt wie gedruckt. Das geht bestimmt nicht mehr lange gut, irgendwann knallt es bei denen richtig doll. Außerdem liebt der Radfahrer schließlich seine Exfrau und schon deshalb muss es bald Veränderungen geben.

Tigi, was willst du denn nun schon wieder? Wie, wer will einen Latte macciato? Und was für Amarettokekse bitte? Nun mal schön langsam und der Reihe nach!

Also Giovanni braucht nach dem Essen immer einen Kaffee und dazu einen Betthupfer, sonst kann er nicht vernünftig verdauen, bekommt Sodbrennen und das wäre nicht gut für seine Mittagsruhe. Da haben Gerda und ihr Liebhaber gesagt, dass sie das auch mal probieren wollen und danach legen sie sich alle Drei für ein Stündchen aufs Gefieder. Ich soll Kaffee und Kekse nach draußen bringen, sie sitzen bereits gemütlich auf der Terrasse in der Sonne.

Na dann mach mal, mein lieber Tigi!
Ich kann aber keinen Kaffee kochen, habe ich noch niemals gemacht und das mit der Milch, wie soll das denn gehen? Bisher habe ich immer den Rest der aufgeschlagenen Milch ausgeschlabbert, den Rest, den ihr nicht mehr wolltet! Jetzt komm doch mal raus in die Küche und mach mal Kaffee – bitte, bitte! Habe dem italienischen Fatzke doch gesagt, dass ich so einen einfachen Milchkaffee natürlich kann. Eine meiner leichtesten Übungen, habe ich geflunkert. Wenn ich das jetzt nicht mache, dann hat der vor mir, dem großen Tigi, überhaupt keinen Respekt und ich bin voll unten durch. Und Gerda, was soll die bloß von mir denken? Jetzt komm schon, mach den Kaffee und deine daily Soap kannste auch morgen früh in der Wiederholung angucken.

Aus der Küche klingt Tassengeklapper zu uns. Emil hat sich schon ans Werk gemacht und seinem Freund Tigi mal wieder den gestreiften Popo mit dem langen Schwanz gerettet. Auf dem Tablett stehen ein paar Amarettinis, vier Tassen Latte Macciato und Süßstoff und Tigi muss alles nur noch auf die Terrasse bringen.

Na und nun müsstet ihr Tigi mal hören. Er empfiehlt sich gerade als Barista, also als den absoluten Kaffeekenner und Kaffeezubereiter – dieser Angeber!

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