Mein Brief an den Sender: NDR 1 Niedersachsen

Und bevor mir die Hutschnur reißt, habe ich denen da oben vom NDR zum Radioprogramm von NDR 1 Niedersachsen mal geschrieben. Vermutlich werden sie meinen Brief in die Ablage Papierkorb stecken – aber meiner Hutschnur tat’s ziemlich gut!

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute Vormittag habe ich – wie fast jeden Samstag – Ihre Sendung „Jetzt kommen Sie“ mit Kerstin Werner gehört. Ich frage mich, wer Frau Moderatorin befugt, einfach von „Merkel“ zu reden. Etwas Respekt sollte man der Bundeskanzlerin gegenüber schon haben und so viel Zeit sollte schon sein, um gebräuchliche Titel wie „Bundeskanzlerin“ oder einfach nur „Frau“ zu benutzen. Selbst wenn beide – Frau Merkel und Frau Werner – gebürtig aus den neuen Bundesländern kommen, werden sie wohl kaum gemeinsam im Sandkasten gespielt haben, um diese doch sehr legere Ausdrucksweise zu rechtfertigen. Jedenfalls kann diese laxe Sprache mit Sicherheit nicht im Sinne des Bildungsauftrages im Öffentlich-rechtlichen-Rundfunk sein. Das Weglassen von Amtstiteln, Titel überhaupt und Vornamen dient lediglich der Diskriminierung des Menschen, über den gesprochen wird und so was will doch Ihr Sender nicht wirklich – oder?

Übrigens hat diese Samstagvormittags-Sendung sehr „gelitten“ seit sie nicht mehr von Lars Cohrs, Jens Krause moderiert werden oder Michael Thürnau der Mann am Mikro ist. Ihre Damen sind mit Verlaub gesagt, allesamt wesentlich untalentierter, um es mal respektvoll auszudrücken! Meine Radio-Zuhör-Zeiten sind morgens, vormittags etwa bis 12 Uhr und so langsam verfestigt sich bei mir der Gedanke, den Sender zu wechseln, wenn die Moderatorinnen dominant das Wort haben.

Interessieren würde mich auch, woraus die vielen Geldpreise, die tagtäglich Ihren Sender verlassen, finanziert werden. In letzter Zeit waren es z. B. die zu erratenden Hits vergangener Musikgeschichte, dann morgens das Spiel mit den erdachten oder richtigen Geschichten, wo eine Radioente für so ziemlich jeden Mitspieler rausspringt. Wird das von den Rundfunkgebühren bezahlt?

Und noch ein Punkt, der mir wichtig ist: „Fragen an den NDR“ ist ein sehr gutes Modul in Ihrem Programm. Jedoch wäre es manchmal wesentlich objektiver mit dem Blick von draußen auf die entsprechende Antwort zu schauen. Aussagen wie „das machen wir schon immer so und das hat sich bewährt“ sind ein wenig zu einfach. Fragen der zahlenden Zuhörer- und schauer – und das sind schließlich alle, die Sie hören und Fragen stellen – könnten mitunter mit weniger Arroganz und beleidigtem Tonfalls des jeweiligen Fachmannes/Frau beantwortet werden.

Es tut mir leid, dass ich das Negative in den Vordergrund gestellt habe – aber möglicherweise ist das für Sie mal genau der Anstoß wie für manch einen Erwachsenen „Der kleine Erziehungsratgeber“, der ein Programm-Highlight ist – aber der wird ja auch von Nicht-ModeratorInnen gemacht.

Danke fürs Lesen und mit freundlichem Gruß

Dagmar Kiesel

(zahlende Kundin von Ihnen!)

29.09.2018