Briefträger und Paketboten …

…. sind schon etwas besondere Menschen und ich denke, das darf man locker mal so feststellen. Ein paar Erläuterungen fallen mir dazu auch ein.

Als ich noch in den Kinderschuhen steckte hatten wir zuhause einen Briefträger, der uns bereits an der Wohnungstür überraschte. Schon dort erzählte er uns, wer geschrieben hat und wenn es eine Postkarte war, dann las er sie uns vor. Durch den bin ich auch mal „aufgeflogen“, der Typ hat mich verpetzt, als ich in der Ferienfreizeit auf der Insel Langeoog war. Von dort schrieb ich eine Karte an Opa und bedankte mich für seinen Brief mit der Taschengeldaufbesserung. Das las er meiner Mama vor, die dann Opa deshalb rüffelte und Opas und mein Geheimnis war keines mehr.

Als ich dann meine erste eigene Wohnung bewohnte, gab es Hausbriefkästen und persönliche Ansprache des Postboten kam nicht mehr vor. Besser gesagt, nur sehr selten. Bei mir klingelte der deutsche Beamte mittleren Alters nur immer samstags an der Wohnungstür, und zwar morgens kurz vor neun Uhr. Zu dieser unchristlichen Zeit war ich in der Regel nicht ansprechbar und gerade mal ein paar Stunden aus der Disco zurück und noch total unausgeschlafen. Das, was er mir aushändigte, hätte auch locker im Hausbriefkasten Platz gefunden. Das frühe Klingeln des Briefträgers war reine Schikane!

Jahre später hatte ich das Vergnügen mit einem absoluten Faultier, der verkleidet als Postbote durchs Leben ging. Dieser Bursche besuchte lieber die Eckkneipe, nahm dort seinen Frühschoppen, spielte die eine oder andere Runde Skat, führte fröhliche Gespräch und kümmerte sich relativ wenig um Briefe und Karten. Am frühen Nachmittag drehte er eine schnelle Runde durch sein Revier und stapelte die Post im jeweiligen Hausflur und jeder Mieter durfte sich seine Post eigenhändig raussuchen. Dieser Zusteller hielt sich nicht lange und vermutlich hat man dem von oberster Stelle ganz schön die Leviten gelesen.

Heutzutage stehen die Austräger und Auflieferer wohl ganz schön unter Zeitdruck, wie man so hört. Die Paketzusteller sind überwiegend selbstständig, arbeiten vierzehn Stunden und mehr, verdienen irre wenig Geld – so berichten es uns jedenfalls die Medien. Also eilig haben die es immer. Manchmal so eilig, dass sie bei uns erst gar nicht klingeln, sondern das Päckchen beim Nachbar abgeben oder bei uns vor die Wohnungstür stellen. Ist ja wohl auch nicht im Sinne des Erfinders und der Zustellungsvorschriften!

Unsere derzeitige Briefträgerin kommt per Elektrorad zu uns und auch sie hinterlässt einen gehetzten Eindruck. Toll, dass sie sich trotzdem die Zeit nimmt, DIN-A4-Briefumschläge mit der Aufschrift „bitte nicht knicken“ besonders zusammenzufalten, so dass sie besser in unseren Briefkasten passen. Neulich war mein Mann schon mal nahe dran, Frau Postbotin deshalb auch mal zusammenzufalten. Lediglich seine gute Kinderstube hielt ihn davon ab.

02.04.2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.