Achtung: Bananenschale – Rutschgefahr

In der Vergangenheit habe ich mich schon mehrfach gefragt, ob ich schadenfroh bin. Eigentlich nein. Aber manchmal doch. Zumindest ein ganz klein wenig. So lautet das Ergebnis diverser Sitzungen im stillen Kämmerlein mit mir ganz alleine.

Natürlich meine ich nicht die trutschige Nachbarin, die mitten in einen stinkenden Hundehaufen latscht, oder den feinen Pinkel von geraderüber, dem der Marder die Elektronik seiner Nobelkutsche zerbissen hat.

Nee, solche Leute meine ich nicht!

Meine Schadenfreude gilt eher unseren millionenschweren Fußballern, wenn sie als die schönsten und größten den grünen Rasen betreten und als lausige Verlierer die Arena wieder verlassen. Stolz ist weg, Niedergeschlagenheit sichtbar und jede Menge Arroganz, weil andere es wagten, diesen Helden mit dem schwarz-rot-goldenen Trikot-Aufnäher und mit ihren bunten Schuhen den gewohnten Triumph zu klauen!

WM in Russland war ein Desaster, die Kickerei gegen die Tulpen- und Tomatenzüchter aus Holland stand unter keinem guten Stern und in Paris hat man ihnen nun auch wieder gezeigt, wo Bartel den Most holt!

Bei der Hautevolee unserer Politik-Profis sieht es nicht anders aus, wenn sich zum Beispiel die Enttäuschung über Wahlergebnisse in völlig konsternierten Gesichtern breitmacht. Dann ist das Gejammer riesig und Betroffene sind selbstverständlich unmittelbar bereit, das Geschehene auf den Punkt genau zu analysieren, aber nichts zu verändern.

Wenn solchen bornierten, blasierten und abgebrühten Menschen dann beruflich Böses droht, macht sich meinerseits gerne ein wenig Schadenfreude breit, die mir dann ein wohliges Grinsen oder ein hämisches Ätschebätsche entlockt.

Oma Else war eine knallharte, messerscharfe Analystin. Von ihr bekam man immer das Wort zum Sonntag zu hören, ob man wollte oder nicht. Wer seine Schularbeiten nicht macht, bekommt schlechte Zensuren – so einfach lautete ihr Fazit, wenn’s um schlechte Noten ging. Hochmut kommt vor dem Fall und ohne Fleiß kein Preis – waren beliebte Redewendungen der alten Dame, die ihre Weisheiten aus ihrer ganz eigenen Lebenserfahrung zog. Am Ende sagte sie meist: „Geschieht dir gescheit recht“!

Politisch und fußballtechnisch würde sie den Protagonisten vermutlich empfehlen, sich vor virtuellen, glitschigen und von potentiellen Neidern weggeworfenen Bananenschalen in acht zu nehmen, denn auf denen rutscht man schnell mal aus!

In unserem Land liegen derzeit viele Bananenschalen herum – manche offensichtlich, viele gut versteckt.

In Berlin, München und Wiesbaden herrscht ganz besondere Rutschgefahr.

Und wer einmal ins Straucheln kommt, kommt auch schnell mal unter die Räder.

Selbst in Aufzügen, Rolltreppen und anderen Rauf- und Runterfahrgelegenheiten wurden diese fiesen gelbschaligen Wegwerfdinger bereits gesichtet.

Selbst in Medienhäusern und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten – wo Politiker und Journalisten ein- und ausgehen, rauf- und runterfahren – ist man vor Bananenschalen nicht sicher. Farblich müssen sie nicht immer nur gelb sein, oft sind es sogar unreife grüne Schalen. Allerdings gibt es auch hässlich braune und selbst die schwarzen sind nicht gerade selten.

Drum sollten Politiker jeder Couleur die Augen gut aufhalten und sich auf Rutschfestigkeit überprüfen lassen. Denn wenn’s mit der Rutschfestigkeit stimmt, klappt’s vermutlich auch mit der Standhaftigkeit.

17.10.2018