Wenn im November der Merz die Anne besucht

Sonntag war in Deutschland Volkstrauertag, gleichzeitig Micky Mouse Day und abends Friedrich Merz bei Anne Will zu Gast.

Montag der Welt-Toiletten-Tag, ebenfalls wurde der Dudelsack gewürdigt, der internationale Männer-Tag begangen, Jogi Löw spielte mit seinen Jungs gegen die Niederländer und später am Abend wiederholte der rbb einen alten Berliner Tatort mit Heinz Drache.

Dienstag ist der Tag des Unsinns, aber auch der internationale Tag der Kinderrechte.

Und so ist an jedem Tag irgendwas. Kein Tag ist wie der andere und jeder hat seine eigene Bedeutung. Alle Tage befinden sich in Gesellschaft anderer Tage, pro Jahr so um die 365 an der Zahl. Da gibt’s immer was zu ehren, zu feiern, zu erinnern, zu begehen und zu besprechen.

Aber an den Welt-Toiletten-Tag – wer erinnert sich an den und spricht darüber? Bis Montag wusste vermutlich kaum jemand, dass es einen solchen Tag überhaupt gibt! In diesem Jahr haben sich die Medien scheinbar darauf spezialisiert, dem Zuschauer, Hörer und Leser darüber zu berichten.

Somit kann der aufmerksame Mensch nun getrost davon ausgehen, über die Latrine, das Klo, den Kackstuhl, die Senkgrube usw. ziemlich alles zu wissen. Für den einen oder anderen aus dem Berliner Umfeld ist es vielleicht wissenswert, dass ein gewisser Herr Protz so gegen Ende des 19. Jahrhundert die erste öffentliche Bedürfnisanstalt bauen ließ. Weiterhin konnte man erfahren, dass der Mensch etwas ein halbes Jahr seines Lebens auf dem Donnerbalken verbringt, vorausgesetzt, er wird so um die achtzig Lenze alt. Ob da allerdings Tage mit flottem Otto einbezogen sind, wurde nicht erwähnt.

Zugegeben, die Toilette ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Menschheit. Haben sich kluge Menschen von den Vereinten Nationen auch gedacht und vor fünf Jahren den 19. November zum Tag des stillen Örtchens auserwählt. Mit diesem internationalen Toilettentag wollen sie daran erinnern, dass noch immer nicht alle Menschen Zugang zu sauberen Sanitäranlagen haben.

Bereits knappe dreitausend Jahre vor unserer Zeitrechnung hatten die alten Griechen und die feinen Römer schon sowas ähnliches wie unsere heutigen Wasserklosetts. Handwerker wie den (Gas-)Wasser-und-na-Sie-wissen-schon-Installateur waren seinerzeit bestimmt gefragt, zumal die Abwasser-Kloaken in Schuss gehalten werden mussten.

Vermutlich hatten die Begründer der Antike auch schon sowas ähnliches wie Toilettenpapier.

Na und übers Papier für hinterlistige Zwecke und tropfende Schniefnasen hat auch Friedrich Merz am Sonntag bei Anne Will erzählt.

Denn immerhin ist er Mitglied des Aufsichtsrates eines Herstellers von Taschentüchern und Toilettenpapier – nämlich der Wepa Industrieholding!

Und da behaupte noch einer, dass nicht irgendwie immer alles mit allem zusammenhängt!

20.11.2018