Mut braucht’s manchmal schon

Himmel nochmal, wie grässlich ist das denn! So kann man es oft beschreiben, wenn eine dieser vielen Laberrunden übern Bildschirm flimmert! So neulich wieder bei Sandra Maischberger in der ARD. Doch manchmal muss man auch als zahlender Zuschauer im Öffentlich-rechtlichen einfach die Zähne zusammenbeißen und trotzdem sowas einschalten, dass einem die Haare zu Berge stehen lässt!

Ich wollte ihn einfach nur mal wieder live und in Farbe sehen – ihn, den ich im Bayern-TV sonntags beim Stammtisch so sehr vermisse! Den Fakten-Fakten-Fakten-Mann und Erfinder des Focus und einstigen Spiegel-Konkurrenten Helmut Markwort. Mittlerweile zählt er 82 Lenze und seit kurzem macht er liberale Politik im Söder-Land. Er ist noch immer der „Alte“, kein bisschen müde im Kopf, im Denken und Reden, mit sehr wachen Augen und der ihm eigenen Schlagfertigkeit.

Doch alles im Leben hat seinen Preis und bei der ARD selbstverständlich auch. Somit musste ich die anderen eingeladenen Gäste auch ertragen und die waren:

Tina Hassel, die Mittfünfzigerin und Chefin des ARD-Hauptstadtstudios, hat sich verbal in dieser Sendung jedenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Ganz schön viele Ähs gingen ihr über die manchmal ganz schön spitzen Lippen und ihre Wortwahl konnte man sogar mit ziemlich schlicht bezeichnen. Für diesen Auftritt wird sie zuhause vermutlich viel Schelte geerntet haben. Denn wenn das stimmt, was im Internet zu lesen ist, sind ihre drei Kinder – allesamt im Teenageralter – ihre größten Kritiker. Denen dürfte dieser Auftritt sicherlich nicht gefallen haben. Oder vielleicht gerade! Denn falls die Mama die schulischen Leistungen bemängelt, könnten die Kids faktisch zurückschlagen……

Dann die Grüne aus Thüringen in der pastellfarbenen Jacke mit den viel zu langen Ärmeln: Katrin Göring-Eckardt. Ein gutes halbes Jahrhundert hat sie auf ihrem Öko-Buckel und fühlte sich von Philipp Amthor, dem Youngster in dieser Runde, ziemlich genervt.

Dieser junge Mann aus MeckPomm ist seit der letzten Bundestagswahl Abgeordneter in Berlin und ein aufstrebendes Talent in der CDU. Der Sechsundzwanzigjährige legt eine unversaute Ehrlichkeit an den Tag, die er mit einem großen und umfangreichen Wortschatz bestens unterstreicht. Er ist erfrischend, intelligent, flott und klar und mit einer großen Portion Wissen ausgestattet und das bringt er durch seine eindeutige Sprache optimal zum Ausdruck.

Dann war da noch die ZDF-Allzweckwaffe in der Runde, nämlich Johannes B. Kerner, der sich zwar in der gleichen Altersklasse wie Frau Hassel bewegt, allerdings in Stil und Ausdrucksweise doch sehr von ihr unterscheidet und in dieser Runde eine ziemlich gute Figur abgab. Lediglich seine pinkfarbenen Socken gefielen mir nicht.

Frau Maischberger wollte von ihren Gästen übrigens erfahren, wer Gewinner und Verlierer im nun ausklingenden Jahr waren und ob der Brexit, AKK, Mesut Özil und anderes mit Daumen hoch oder runter zu bewerten sind. Die einen sagten so, der andere meinte es anders – wie das eben ist, wenn es heißt „Menschen bei Maischberger“!

Okay, der Knaller war diese Sendung überhaupt nicht und neue Erkenntnisse zu irgendwas habe ich auch nicht gewonnen.

Aber das hatte ich auch nicht erwartet – schließlich wollte ich nur mal wieder Helmut Markwort sehen und hören – ihn, den Graumelierten mit der unbändigen Mähne und das ist mir gelungen!

16.12.2018