Dann mal Prost Neujahr!

Nun hat es angefangen, das neue Jahr. Pünktlich mit dem Gongschlag um null Uhr hat der Neuling 2019 seine Arbeit aufgenommen. Es hat einen befristeten Vertrag für zwölf Monate, genauer gesagt für 365 Tage, inklusive Sonn-, Ferien-, Wahl- und Feiertage.

Ob es gut und fit genug ist, um diesen Job hinzubekommen, weiß niemand. Zeugnisse oder sonstige Nachweise hatte es vorab nicht eingereicht, Probearbeiten war nicht drin – drum bleibt es abzuwarten, ob es den Herausforderungen überhaupt gewachsen ist. Immerhin sind die Anforderungen ziemlich groß, denn die Arbeit ist schließlich kein lokal oder regional begrenztes Aufgabengebiet – sie sind schließlich global angesiedelt.

Hoffentlich ist das alles dem Jahr 2019 bewusst.

Jedenfalls ist diese Tätigkeit nicht nur so eine Pillepalle-Nummer wie meinetwegen Bremen oder Bremen Nord verantwortlich durch die vier Jahreszeiten zu betreuen.

Es ist auch viel mehr, als nur von Berlin aus kluge Reden zu halten, die verbale Zeigefinger-Keule zu schwingen und Klugscheißer-Sprüche in die ohnehin abgasverseuchte Atmosphäre zu blasen.

Nee, nee, dass neue Jahr muss gleichzeitig dem Donald Trump auf die flotten Twitter-Finger kloppen, mit wachsamen Augen den Schlitzaugen Paroli blicken, den Brexit un Frau Theresa nicht nur im Mai ordentlich begleiten, dem Putin am Sakko zupfeln und dem Erdogan zeigen, wo der Hammer hängt. Sind alles komplexe Aufgaben, die für Anfänger möglicherweise ein bisschen kompliziert sind.

Okay, in einzelnen Fällen ist es meist ganz optimal mit einigen Vorgängern gelaufen, doch manchmal blieb auch ganz schön was auf der Strecke und oft hat das Jahr manchmal auch das Große und Ganze im Weltgeschehen aus dem Blickwinkel verloren.

Aber so ist das eben – immerhin ist ein Jahr ein Anfänger und wer von uns hat als Stift nicht so seine Erfahrungen gemacht. Schließlich waren wir alle mal irgendwann auf jedem Gebiet Newcomer!

Doch so manch ein Vorgänger-Jahr hat das allerdings nicht wirklich gut gepackt. Aber mir ist auch kein Jahr bekannt, dass wegen guter Erledigung der Arbeiten in die Verlängerung gegangen ist. Oder kennt vielleicht jemand ein Jahr, das eine Festanstellung bekommen hat?

Ist aber auch nicht wirklich ein Karrieresprungbrett so als Neues Jahr in den Beruf zu gehen – oder? Meistens fliegt so ein armes Ding nach zwei Semestern wieder raus und was macht es dann? Haben sie schon mal ein altes Jahr bei der Agentur für Arbeit angetroffen? Nicht mal da kümmert man sich um diese gescheiterten Jahre.

Scheint also nicht wirklich lohnenswert, diese befristete Arbeit anzunehmen und bestimmt gibt’s da auch so etliche Nachwuchsprobleme. Drum sollten wir echt happy über so ein New Year sein, dass es überhaupt für uns seine beste Zeit opfert.

Aber vielleicht ist das Jahr 2019 ein Naturtalent und somit bestens geeignet, diesen Job für zwölf Monate mit allem Drum und Dran auszuüben. Schließlich wächst man mit seinen Aufgaben – das hat sich bei Menschen bewahrheitet, warum also nicht auch bei Jahren!

03.01.2019