Der Briefträger, das Netz und die Sicherheit

Erinnern Sie sich noch: Nobbi Blüm hat uns versprochen, dass die Rente sicher ist. So ganz falsch war das Versprechen auch nicht. Derzeit gibt’s zwar noch immer Altersbezüge, aber in ziemlich abgespeckter Form für aktuelle Rentner.

Auch die Politiker der Neuzeit versprechen uns jede Menge dummes Zeug, wenn der Tag lang ist, Wahlen in greifbare Nähe rücken und vor allem, wenn die lieben gewählten Volksvertreter ihren gutbezahlten Job behalten wollen.

Vor allem aber wollen sie uns weismachen, dass unsere Daten sicher sind.

Alle „Datensammler“ wie Banken, Behörden jeglicher Art, das gesamte Gesundheitssystem und was unser Staat sonst noch so im Angebot hat, geben Unsummen dafür aus, dass wir und unsere ganz persönlichen Daten geheim sind und bleiben und jeder Hacker null Chancen hat, unsere Datensicherheit auch nur annähernd zu gefährden. Für dieses virtuelle Fort Knox müssen wir alle ganz schön blechen – aber hilft’s was? Dem, der daran verdient sicherlich!

Doch dieses Versprechen ist ziemlich doof und echt leichtfertig! Vermutlich haben sie sich allesamt nur „versprochen“, denn jeder Normalo weiß, dass diese Zusage Schwachsinn ist.

Das sollte inzwischen jedem klar sein, der moderne Kommunikationsmittel nutzt, bargeldlos seinen Liter Milch, die Frühstücksbrötchen und Eier bei Aldi & Co. bezahlt und gemütlich vom heimischen Sessel aus seine Plünnen für Kopf, Fuß und mittenmang im Internet bei XYZ bestellt.

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie wir alle für doof verkauft werden und das von oberster Stelle sogar. Am auffälligsten und intensivsten von denen, die uns regieren – die wir gewählt haben, weil wir immer wieder auf sie reinfallen. Wir glauben, sie seien klug, belesen, haben den Überblick, wissen Bescheid. Wie oft haben wir uns aber mit dieser Einschätzung schon mächtig geirrt!

Wir dürfen sowieso nur die wählen, die zur Verfügung stehen und das sind in der Regel die, die von ihren Parteien, ihren Mitgliedern – also von der Basis – für gut befunden werden. Ist aber keineswegs gleichzusetzen mit Können und Wissen der zur Wahl stehenden Kandidaten! Da können sowohl Flachpfeifen als auch Fachidioten dabei sein, bestimmt aber auch sehr engagierte Kommunalpolitiker, die sich im Moloch Berlin oder anderen Landesparlamenten einen abstrampeln.

Haben Sie mal drauf geachtet, was uns die Klugscheißer zu den wichtigen Themen unseres Miteinanders, den Bedrohungen durch Terror, Umweltveränderungen, zu kriminellen Straftaten, zum Bildungs- und Pflegenotstand – eben zu allen Bereichen des menschlichen Lebens – für einen Mist auftischen?

Nun sind gerade wieder Daten öffentlich geworden, die hätten eigentlich gar nicht gehackt werden können – stimmt‘s? Unsere Daten sind so sicher, wie das Amen in der Kirche, sagen die allwissend Verantwortlichen!

Seit Edward Snowden – Sie wissen schon: der vom CIA – sollte man sparsam mit dem Wort „Datensicherheit“ umgehen.

Unsere kleinen und großen Geheimnisse können schneller abgegriffen werden, als man dreimal schwarzer Kater sagen kann. Sie geraten ratzfatz in falsche Hände, wenn wir – also Sie und ich – zu dusselig sind, unser gesamtes Computer-Gedöns vernünftig zu sichern, bevor es sich im World Wide Web auf die Socken rund um den Globus macht, oder nur über die Straße zu Oma und Opa springt.

Echte Computer- und Sicherheitsexperten, die wirklich auf dem Kiwief sind, raten zu umfangreichen Schutzmaßnahmen, die es zu beachten gilt, bevor wir mailen, zwitschern, Fotos und Nachrichtenbündel – aus welchen Wölkchen heraus oder welchem Gerät auch immer – durch den Orbit jagen. Dann ist die Gefahr absolut gering, dass was in die Hose geht und unsere Daten und schlimmstenfalls die Konten missbraucht werden.

Daher ist es doch eigentlich außerordentlich amüsant, dass unter anderem bekannte Politiker und Bundestagsabgeordnete nun plötzlich mit runtergelassener Büx dastehen, weil sie ausgespäht und abgegriffen wurden und persönliche Daten von ihnen im Netz rumschwirren.

Hinzu kommt wohl in dieser aktuellen Angelegenheit, dass die beteiligten Sicherheits-und Geheim-Behörden ihr Wissen über Wochen für sich behalten und ihre Erkenntnisse und Informationen erst vor kurzem den Ermittlungsbehörden mitgeteilt haben sollen.

Hat scheinbar irgendwie mit der Top-Sicherheit nicht so geklappt!

Sollte es sich hier mal wieder die alte Weisheit des Volksmundes bewahrheiten, dass der Schuster die schlechtesten Schuhe hat?

Aber was ist schon sicher im Leben auf unserer Welt? Das Internet ist es garantiert nicht. Und eine E-Mail ist und bleibt eine offene Postkarte, die von jedem gelesen werden kann, der sie in die Finger oder aufs Smartphone bekommt.

Hat der gute alte Briefträger früher auch nicht anders gemacht. Der wusste schließlich auch immer, was Tante Hedwig und Onkel Heinz im Urlaub in Rimini so machten…….!

06.01.2019