AKK in der Bütt und Frauentag wird zum Feiertag

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: „Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.“

Weiblich, männlich und was noch? Frauen mit Doppelnamen vorne und hinten. Männer sind Steh- oder Sitzpinkler. Dann gibt’s noch das dritte Geschlecht, nämlich die Latte-Macchiato-Fraktion – also irgendwelche „Wesen“ dazwischen. So jedenfalls sortiert AKK die Geschlechtervarianten in ihrer Büttenrede.

Warum tut sie das eigentlich? Ist sie womöglich von allem etwas? Ihr Doppelname ist jedenfalls hinten schon sowas wie ein doppeltes Lottchen. Pinkeln wird sie vermutlich im Sitzen und ob sie Latte-Macchiato mag – nix Genaues weiß man nicht!

Definitiv weiß nun jeder im Land, dass die gebürtige Saarländerin und CDU-Vorsitzende gerne Büttenrede hält – nicht nur im Karneval und in der fünften Jahreszeit, im Bundestag sogar ganzjährig!

Und ein bisschen Verkleidung mag sie wohl auch – kleines rotes Hütchen in der karnevalistischen Bütt, kleinkariertes schwarz-weiß-Sakko am politischen Stehpult.

https://de.euronews.com/2019/03/03/shitstorm-gegen-kramp-karrenbauer-10-der-besten-tweets

Und hier der saarländische Karnevalsauftritt von AKK bei YouTube:


Na jedenfalls hat AKK mit ihrer saarländischen Büttenrede die Zahl ihrer Fangemeinde bestimmt nicht in die Höhe gepusht, dafür aber den Aufmerksamkeitsgrad an ihrer Person in den sozialen Netzwerken allemal und das Rauschen im Medienwald sowieso.

Das politische Berlin ist bestimmt nicht amused über AKKs Äußerungen, die CDU ganz sicher auch nicht und viele politisch engagierten Menschen werden ihr für diese dummen Äußerungen auch keinen Beifall spenden.

Jedoch wird sie bei Max und Karin Mustermann das Gefühl des Fremdschämens aktiviert haben!

Jedenfalls dürfte es ziemlich sicher sein, dass AKKs Assoziationen zu intersexuellen Menschen noch die eine oder andere Kritik nach einem ernüchternden Aschermittwoch hervorrufen.

Und all das auch noch ein paar Tage vorm Frauentag am achten März, der im Land Berlin in diesem Jahr erstmalig ein Feiertag ist!

Jawohl, neuerdings amtlicher Feiertag in der Hauptstadt am internationalen Frauentag!

Das gab’s ja nicht mal in der DDR! An diesem Tag wurden Frauen damals zwar nach allen Regeln der Kunst geehrt, gefeiert, umjubelt, mit Blumen beschenkt – aber ein eigener Feiertag war selbst in diesem Staat nicht drin.

Unter dem Einfluss von real-existierendem Sozialismus, Hammer und Sichel, landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, und vergreisten Spitzbärten wuchs das Ansehen der weiblichen Aktivistinnen enorm.

Aber nun wird das Ansehen der Frau perfekt abgerundet: Feiertag am 8. März zu Ehren der Ladies!

Frauen haben den Vortritt. Der Gentlemen hält ihr die Tür auf, erklimmt die Treppenstufen nach ihr, hilft ihr in den Mantel, er ist stets galant und zuvorkommend und in feinen Restaurants bekommt gnädige Frau die Speisenkarte ohne Preisangabe. So richtig alte Schule mit altmodischen Höflichkeitsbezeugungen sind im fortschreitenden Zeitalter der Emanzipation nicht mehr zwingend an der Tagesordnung.

Der Frauentag am achten März ist ähnlich wie der Muttertag am zweiten Sonntag im Mai: beide Tage finden zu Ehren der Frau statt!

An beiden Tagen werden Blumen verschenkt und die holde Weiblichkeit lässt sich feiern.

Seit 1921 war der internationalen Frauentag auch der Tag der Nelkenverkäufer.

Nicht zu verwechseln mit dem lukrativen Geschäft der glutäugigen wolle-Rose-kaufe-Mafia.

Seit anno knipps sind Frauen das schöne(re) Geschlecht und zuständig für Kinder, Küche und Kirche.

Seit Clara Zetkin und Rosa Luxemburg sind sie aber auch äußerst erfolgreiche, um Anerkennung und Gleichberechtigung kämpfende, Mitglieder der bislang dominanten Männer-Gesellschaft.

Was würden wohl die beiden taffen Ladies Clara und Rosa zu Annegret sagen, wenn die von „bemitleidenswerten Minderheiten und Toiletten fürs dritte Geschlecht“ spricht?

Vermutlich wären die beiden Damen echt stinkig, und zwar darüber, dass so eine dumme Nuss und Neuzeitpolitikerin mit dem Hintern das umreißt, was die Zwei mühsam mit den Händen aufbauten – nämlich die Gleichberechtigung der Frau!

Ohne die beiden weiblichen Wegbereiterinnen würden heutige Frauen vermutlich nur am heimischen Waschzuber stehen und Bütt und Rednerpult wären Wunschdenken und die Berliner Waschmaschine wäre nicht seit über einem Jahrzehnt das Machtzentrum der deutschen Bundeskanzlerin.

Und zum Thema Feiertag am Frauentag hat sich auch der Berliner Erzbischof Heiner Koch geäußert. Ihm hätte der Reformationstag oder der 9. November als neuer Feiertag fürs Land Berlin viel besser gefallen. Wörtlich sagte er: „Ich habe noch nie erlebt, dass erst feststeht, dass es einen neuen staatlichen Feiertag geben wird, und man erst danach überlegt, was man an diesem Tag denn eigentlich feiern oder bedenken will.“ Doch das ist ja nun wieder eine ganz andere Geschichte!

05.03.2019