Paragraph eins: Jeder macht seins!

Was machen Sie eigentlich, wenn Sie total Lust auf Essengehen haben? Richtig, Sie ziehen sich spontan Schuhe an, nehmen Geld und gute Laune und ab geht’s zum Auto, zum Fahrrad, per pedes oder zur Straßenbahn und dann hinein ins Restaurant Ihrer Wahl.

Funktioniert vielerorts – von Hamburg bis München, von Niederschönpupnilleken bis in die Tiefen des Thüringer Waldes – aber nicht in Bremen Nord!

Hier sollten Sie die Hausschuhe erstmal anbehalten, sich in Ruhe einen Kaffee kochen und ein paar grundsätzliche Überlegungen anstellen. Die Frage nach dem Wann – also an welchem Tag – gilt als die wichtigste überhaupt! Dann ist es sehr ratsam, zu entscheiden, gehe ich alleine oder in Begleitung und wonach gelüstet es allen Beteiligten. Will man frühstücken, brunchen, Mittagessen, Kaffeetrinken, steht der Sinn nach einem After-work-Meeting oder nach einem gemütlichen Abendessen oder einfach nur auf italienisches Eis oder Currywurst Schranke!

Wenn Sie diese Basics zufriedenstellend beantwortet haben, dann ziehen Sie am besten das Internet zu Rate, denn das kennt die gastronomischen Kleinode in Bremens Norden aus dem Effeff!

Ein paar Klicks und die Nordbremer Kulinarik offenbart sich dem Suchenden mit Magenknurren in großer Vielfalt.

Von A wie Alioli mit Pellkartoffeln bis Z wie Zuckerkuchen, von Aal auf Schwarzbrot über Pulled Pork bis Wurzelgemüse-Eintopf und Zander in Butter gebraten ist selbstverständlich alles in Pütt un Pann der Gastronomen zu finden.

Es ist eben nur eine Frage der Zeit! Wochentag, Uhrzeit, Jahreszeit spielen im nördlichen Teil der Hansestadt eine wichtige Rolle. Hier geht man nicht einfach mal so zum Essen, wenn der kleine oder große Hunger an die Magenwand klopft! Hier richtet man sich gefälligst nach Koch und Kellner und Öffnungszeiten!

Nicht immer wird in Vegesack & Co. alles serviert und von morgens bis abends im 7-Tage-Rhythmus schon gar nicht!

Nachfolgend mal ein paar Varianten:

Frühstück von acht bis zehn Uhr, oder erst von zehn Uhr bis 14 Uhr außer Montag und Dienstag!

Brunchen nur freitags und an Sonn- und Feiertagen von zehn Uhr bis 15 Uhr, allerdings nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung!

Allerdings kann man das Kaffeetrinken dann knicken, wenn vorher gebruncht wurde!

An Tagen, an denen nicht gebruncht wird, gibt’s in diesem Etablissement Kaffee und Kuchenbuffet  „All you can eat“ ab 14:30 Uhr für zwei Stunden, allerdings nur mittwochs und donnerstags danach Personalpause bis 19 Uhr. Dann warme Küche bis 21:30 Uhr, um 23 Uhr schließt das Lokal, außer von Freitag bis Sonntag – da darf der Gast länger bleiben!

Ein anderes Restaurant wirbt mit einem absolut hochwertigen Frühstück in der Zeit von zehn bis zwölf Uhr, und zwar von Montag bis Samstag. Vorabreservierung ist allerdings Voraussetzung, einfach mit hungrigem Magen vor der Tür stehen, ist nicht erwünscht, ebenso sollte man mindestens zu zweit um Einlass bitten.  Sollte man in einer Sechser-Formation dort auftauchen, stellt man gerne die Tische zusammen…

Mittagessen von 11:30 Uhr bis 14 Uhr ist normal und dann gibt’s erst wieder was ab frühestens 17 Uhr auf die Teller. Warme Küche bis 21 Uhr ist an Wochentagen ebenfalls üblich – danach Schluss, aus, Ende, finito.

Montags und überwiegend auch dienstags sollte man zuhause bleiben und den heimischen Herd anwerfen, denn da bleibt in den meisten Restaurants die Tür ganztägig verschlossen und die Küche kalt.

Highlights sind Backshops, Bäckereien und Steh-Cafés. Die sind verlässlich, was die Öffnungszeiten betrifft. Morgens schließen sie ihre Türen um sieben Uhr auf und es duftet köstlich nach Kaffee und Backwaren und um 18 Uhr fegen sie fix die letzten Krümel weg und die letzten Gäste aus dem Laden, bevor sie ihn dichtmachen. So läuft es bei denen mindestens sechs Tage pro Woche – bei manchen sogar sonntags!

Paragraph eins jeder macht seins – könnte das Fazit lauten; doch sicherlich ist der Schreiberling nicht der begabteste Rechercheur und deshalb nur auf Internetseiten gelandet, deren Betreiber eine Ausnahme bilden oder einfach nur ein schlechtes Beispiel sind.

Ach ja, eine kleine Kuriosität noch zum Schluss: In Deutschland gilt das Ladenöffnungsgesetz. In jedem Bundesland zwar mit individuellen Zeiten, aber Basis ist für alle Länder ist nun einmal das Bundes-Ladenöffnungsgesetz.

Lediglich Bayern nennt dieses Gesetz „Gesetz über den Ladenschluss…“.

Raten Sie mal, in welchem Bundesland es noch ein Ladenschlussgesetz gibt? Na klar, in Bremen natürlich!

Sagt man nicht immer, dass der Ton die Musike macht?

Sollte es auch in diesem Fall zutreffen, so klingt das Laden-Öffnungs-Gesetz echt freundlich.

Hingegen verklickert das Laden-Schluss-Gesetz dem Kunden doch gleich, wo es langgeht und ein Anflug von Unhöflichkeit könnte ganz sachte durchklingen! Aber sowas würde der Gast vom Gastronomen niemals denken… und in Bremen Nord schon gar nicht!

14.03.2019