Gleichberechtigte Frauen?

Wer eine große Klappe hat, wie Andrea Nahles, ein „Kind“ der SPD seit Jahrzehnten ist, sich von der Pike auf hochgearbeitet hat, an der Spitze der Partei steht, nicht lange fackelt, sich mit lauter Stimme Gehör verschafft, vorm Bundestag singt, obwohl sie dieser Fähigkeit nicht mächtig ist und dann von jetzt auf gleich die Reißleine zieht, der muss doch wohl der Wahrhaftige begegnet sein. Oder hat ihr die eigene Genossenschaft kräftig eins auf die Fresse gegeben?

Warum sollte sie sonst so Knall auf Fall aussteigen?

Viele Gründe gibt’s wohl für einen solchen Abgang. War sie vielleicht zu stark für ihre mittlerweile schwache Partei? Sowas vermittelt uns auch Kaugummiwerbung: Bist du zu schwach, ist er zu stark – oder so ähnlich.

Vor mehr als einem Jahr war sie doch die Taffe, die übernommen hat, als Martin Schulz beleidigt und larmoyant die Politikbühne mit hängenden Schultern verließ und keiner den Staffelstab übernehmen wollte.

Ein Symptom der SPD, die sich auf Talfahrt befindet?

Zumindest macht’s den Eindruck, wenn Herr Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil zur Amtsniederlegung von Frau Nahles selbstgefällig wie ein Breitmaulfrosch in der Sendung „Maischberger“ grinst.

Sind Frauen zu schwach, um sich in der Männerdomäne Politik durchsetzen zu können? Nee, gewiss nicht – oder doch?

Bilden Männer womöglich Seilschaften, gegen die die holde Weiblichkeit keine Chancen hat?

Das feminine CDU-Quartett – Merkel, Kramp-Karrenbauer, von der Leyen und Klöckner – steht eher auf wackeligen als stabilen Füßen. Liegt’s an den Ladys oder den Fettnäpfen und Fehlerteufeln, von denen sie umzingelt werden?

„Brigitte Bierlein ist nicht zu beneiden. Sie wird für einige Monate die Regierungsgeschäfte Österreichs führen, eines Landes, das nach dem FPÖ-Skandal tief erschüttert ist“, so steht‘s in der FAZ.

Bisschen mitleidig – oder? Bis Papa wieder fit ist, wird’s die Mama schon packen – hört sich jedenfalls so an!

Als Helmut Kohl die Spendenaffäre an der Backe hatte, sprang Merkel in die Bresche; seit 2005 ist sie Bundeskanzlerin. Und als Martin Schulz sich vom Acker machte, hielt Andrea Nahles die sinkende SPD-Fahne aufrecht. Als David Cameron seinerzeit den Bettel hinwarf, übernahm Theresa May sein Erbe; doch nun hat auch sie das Handtuch geworfen.

Viele Beispiele gibt’s, und zwar nicht erst neuerdings und keineswegs nur in der Politik!

Schon immer gab es Situationen, wo Frauen die Zügel fest in der Hand hielten. Zum Beispiel damals, während des Krieges und danach. Die Männer waren weg und Frauen wuppten das Überleben alleine: Essenbeschaffung, Kindererziehung, Geldverdienen, Trümmerentsorgung und Haushalt mit allem Drum und Dran.

Auch in der Antike waren Frauen oftmals tonangebend und flüsterten ihren Waffen- und Toga-tragenden Helden, welche Feldherrenstrategie die beste ist.

Selbst Bertha Benz fuhr schon 1888 heimlich mit einem Automobil von Mannheim nach Pforzheim und flickte unterwegs die Zündung mit ihrem Strumpfband – und dazu brauchte sie keine männliche Hilfe.

Hat das alles eigentlich was mit Gleichberechtigung zu tun? Oder gilt etwa wieder mal die Weisheit des Volksmundes: wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe?

Gleichberechtigung ist so ein Schlüsselwort. Gibt es sie wirklich?

Nicht mal auf dem Fußballplatz gibt’s sie! Ausputzer weiblich ist nicht gleich Libero männlich!

Im Profi-Fußball verdienen Dreibeine einen dicken Batzen Zaster mehr als BH-Trägerinnen in dieser Disziplin. Die Aktualität zeigt, dass pro teilnehmender Fußballdame 50.000 € gezahlt werden, falls sie das Finale der WM erreichen. Männer würden allerdings fürs gleiche Ergebnis 350.000 € pro Nase erhalten.

In diesem Sinne: Viel Erfolg allen Mädels bei der diesjährigen Frauen-Fußball-WM und gutes Gelingen allen Genossinnen bei der SPD – wobei auch immer!

08.06.2019