Wer A sagt muss auch B sagen…

…so lautet jedenfalls die Redewendung! Das bedeutet, dass das, was begonnen wurde, weitergeführt werden sollte. Die meisten Menschen tun das auch. Wer also angefangen hat, das Klo zu putzen, wischt nicht nur den oberen Teil der Brille ab, er sollte tunlichst auch das Untendrunter und Ringsherum putzen!

Lediglich einige gewählte Politiker scheinen davon ausgenommen. Also nicht vom Kloputzen – nee, von ihren Aufgaben und Pflichten als gewählte Volksvertreter. Verpflichtend ist das Mandat, das ihm oder ihr die Wähler treuhänderisch übereignet haben. Drum sollten Politiker Wählers Stimme achten und Wählers Meinung nach bestem Wissen und Gewissen vertreten!

Aber ein klares A oder B ist nicht Politikers Ding! Man könnte meinen, dass die Damen und Herren, die im politischen Metier die Entscheider sind, diese beiden Anfangsbuchstaben unseres Alphabets nicht einmal kennen.

Der kluge Herr Google stellt zum Thema Politik fest: Politik bezeichnet die Regelung der Angelegenheit eines Gemeinwesens durch verbindliche Entscheidungen.

Im Klartext heißt das doch, Politikvertreter müssen klare Kante zeigen! Und? Tun sie das?

Manche vielleicht, andere kein bisschen, viele können sich nicht durchsetzen, wieder andere trauen sich nicht, sind zu sensibel! Hey Leute, es geht um den Staat, die Wirtschaft, das Wohlergehen der Menschen, die Natur und das Zusammenspiel aller Faktoren.

Und was macht Julia Klöckner, die sich gemeinsam mit „Herrn Nestlé Deutschland“ vor ein paar Tagen per Video präsentierte? Richtig – sie lässt sich einlullen von dem Herrn anstatt ihm ein knallhartes Gesetz der Bundesregierung in die Hand zu drücken. Aus dem sollte klipp und klar hervorgehen, dass die bisherige Zucker-, Salz- und Fettreduzierung in Lebensmitteln nicht ausreichend ist. Außerdem sollten alle Inhaltsstoffe in Lebensmitteln penibel deklariert werden, selbst wenn sie noch so gering vorhanden sind. Die vom Hersteller getroffenen Selbstverpflichtungen reichen eben in der Lebensmittelbranche nicht aus, um das Ruder auf dem Nahrungsmittelsektor rumzureißen, gesünder zu machen und zu verbessern.

Das Video dieses ungleichen Pärchens wird als Werbung vom Feinsten und Lobbyismus pur verstanden! Soll das etwas korrekt sein, Frau Klöckner und Politik genau das wollen?

Hallo ihr Politiker*Innen, redet Klartext, setzt euch durch – Wähler erwarten das von euch! Zeigt Rückgrat, lasst das verbales Rumgeeier, zeigt Arsch in der Hose! Beschäftigt euch nicht nur mit euch selbst – denn dafür werdet ihr nicht mehr als fürstlich vom Steuerzahler entlohnt! Bastelt euch keine Wahlergebnisse nach eurer Lesart – macht das, was Wähler wollen! Oder glaubt ihr etwa, dass die Bremer Wähler sich genau das gewünscht haben, was ihr der Hansestadt als Ergebnis präsentiert?

Setzt euch mit dem Youtuber Rezo und seiner Kritik an euch auseinander.

Kümmert euch um junge Menschen, die sind die Zukunft unseres Landes. Ihr habt fähige junge Menschen in euren eigenen Reihen, die garantiert den neuen Medien gewachsen sind!

Setzt euch mit den Fryday-for-future-Kids zusammen – es geht um deren Zukunft – muss ja nicht unbedingt während der Schulstunden sein!

Vielleicht wäre es hilfreich und sinnvoll drüber nachzudenken, dass niemand in die Volksvertretertätigkeit getrieben, geprügelt oder gezwungen wurde. Wir leben schließlich in einer Demokratie und in der Regel darf jeder Mann und jede Frau seinen Beruf ganz alleine auswählen – oder?

Drum Augen auf bei der Berufswahl!

13.06.2019