SPD – ein Trauerspiel oder vielleicht doch ne Posse?

Wer unsere Parteien mit Schauspielhäusern und die gewählten Volksvertreter mit Schauspielern vergleicht, kommt möglicherweise auf ziemlich viel Übereinstimmung.

Da ist die Spielstätte, die Bühne, das Theater, das Kabarett, die Kleinkunstbühne, wo Dramen, Komödien, Grotesken, Boulevardstücke und viele andere Genres inszeniert und gespielt werden. Mimen lernen Texte, verkleiden sich, üben Ausdruck und Darstellung für ihre Auftritte vor zahlendem Publikum.

Politiker haben ebensolche Schaubühnen für ihre Vorstellungen. Das ist der Bundestag, sind Landtage, Rathäuser und wo immer sie ihre Performance öffentlich machen. Auch sie wissen genau, was auf der politischen Sprechbühne zum täglichen Tingeltangel gehört und spielen ihre Rollen in Volks- und Rührstücken oftmals sehr unterhaltsam. Gelernt haben sie es auf ihrer „Probenbühne“ –  in aufwändigen Medientrainings von Profis zur Perfektion ihrer Auftritte vor der Kamera und in Talkshows.

Neulinge auf der Bühne zeichnen sich durch neue Ideen aus, haben Illusionen, haben null Bock auf Klamotte, Bauern- und Schmierentheater und keine Lust auf das absurde Theater, das derzeit in Mode ist. Solche Newcomer mit Flausen im Kopf sind nur selten auf der Schauspielbühne gefragt und auf dem politischen Parkett schon gar nicht. Da werden meist konservative Klassiker bevorzugt und Modernes kommt nur selten auf den Spielplan. Vielfach sind gekonnte Rollenspiele erwünscht, ähnlich wie das des Rattenfängers oder des Lügenbarons.

Trotzdem, alles bei SPD und Co. mit dem Negativstempel zu versehen, ist auch nicht korrekt.

Die SPD will zum Beispiel ein bisschen zeitgemäßer werden, hört man. Wenn das stimmt, setzt sie demnächst wohl sogar auf den Oma-Enkel-Trick.

Was ist das denn, fragen Sie sich?

Parteiintern mit Sprachrohr nach draußen denkt die SPD bei der Parteiführung über eine Doppelspitze nach – so wie bei den Grünen.

Drum Vorhang auf für Gesine Schwan und Kevin Kühnert!

Frau Schwan wollte sowieso und der Kevin ist nicht abgeneigt – ist doch eine perfekte Lösung – oder?

Und den Generationenwechsel hätten sie dann auch ziemlich erfolgreich aufs Parkett gelegt: Oma 76 Jahre, Enkel knapp 30 Jahre alt. Beide sind keine Laienspieler und suchen nicht das kurze Intermezzo.

Und gerade hat der Kevin dem Handelsblatt ein Interview gegeben und darin stellt er fest, „Ein Festival der Demokratie sitzt man nicht auf einer Pobacke ab!“

Na wenn’s denn mit Frau Schwan klappt, stehen ihm diesbezüglich schon mal vier Pobacken zur Verfügung!

26.06.2019