Dreckschleuder Traumschiff – stimmt das?

Natürlich stimmt das! Traumschiffe schaukeln feierlustige Party-Gänger genauso gerne über die Wellen wie Fitness-Jünger und Sport-Freaks. Für Gourmets steht selbstverständlich auch die schwimmende Bettenburg mit zwölf verschiedenen Restaurants und Kochkursen mit Sterneköchen bereit.

Keine Wünsche bleiben offen und sind die Ansprüche noch so differenziert: jeder Gast kommt auf seine Kosten! Doch eins haben sie alle gemeinsam: sie verpesten das Weltklima ganz gehörig!

Das Fazit des diesjährigen Julis lautet: mehr als vierzig Grad an einigen Tagen. Dreißig Grad war schon fast kühl und zum Durchatmen. Die Natur stöhnt, jault auf, steht unter gewaltigem Stress. Sowohl Überschwemmungen als auch Waldbrände sind Alltag. Das Wetter spielt verrückt!

„In der Arktis und anschließenden Regionen tobten Waldbrände in einer bislang nicht gemessenen Zahl. In Alaska, Kanada und Sibirien gebe es Dutzende Brandherde. Demnach waren die CO2-Emissionen in der Arktis mit 60 Megatonnen für den Monat Juli bislang doppelt so hoch wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum“, stellen Wissenschaftler aktuell fest.

Wir müssen uns also an den Riemen reißen, sonst ist Mutter Erde endgültig in die Tonne getreten. Sie bekommt noch mehr Fieber, dann eine Lungenentzündung und Schlimmeres und irgendwann ist Schluss mit lustig und aus die Maus!

War mit Opa Emil damals auch nicht anders und nun liegt er auf dem städtischen Friedhof Feld 08/15, Reihe 7, Grab Nummer 13. Okay, wir hatten noch einen zweiten Opa, der uns wohlgesonnen war. Aber mit der guten alten Erde ist das anders. Völlig anders, denn die gibt’s nur einmal! Sie ist ein Unikat und daher konkurrenzlos – eine andere gibt’s nicht und ist auch nicht in Sichtweite!

Junge Leute protestieren lautstark gegen den Raubbau an unserem Planeten, der weltweit betrieben wird. „Fridays for future“ kennt mittlerweile jeder rund um den Globus. Viele machen mit und stellen kräftig was auf die Beine, um auf sich und die globale Katastrophe aufmerksam zu machen. 

Auf der nördlichen Erdkugel ist derzeit Sommer – also Ferienzeit und Ferienzeit ist Reisezeit. Wer null Bock auf zelten, wandern oder Radtouren hat, weder in heimischen Gewässern planschen noch zuhause bleiben möchte packt seine sieben Sachen ins Auto oder besteigt den nächsten Flieger und wenn’s nur der Inlandflug zu Oma Else ist. Soll zwar nicht gut für die Umwelt sein – macht nix, schließlich ist Urlaub!

Auch die großen schwimmenden Städte stehen bereit und schippern Abenteuerhungrige überall hin. Rund um den Erdball stehen sie bereit, um die Weltmeere zu überqueren und Kontinente anzusteuern, und zwar ganzjährig.

Von luxuriös und absolut teuer über Schnäppchenangebote und von preiswert bis spottbillig ist alles möglich und buchbar. Eine Seereise ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Sie ist für alle Kreuzfahrer erschwinglich und je nach Alter, Gusto und Geldbeutel ist für jeden was dabei!

Traumschiffe kommen meist in jungfräulichem Weiß daher und erwecken den Eindruck, kein Wässerchen trüben zu können. Aber ist das auch so? Ist ein solcher Ozeanriese mit Tausenden von Touris plus Personal an Bord umweltverträglich?

So viele Menschen sorgen für Müll und Abfall, denn was vorne reinkommt, muss schließlich hinten wieder raus. Drum sind Abwasser, Chemikalien, Treibstoff, Abgase, Putz- und Waschmittelreste und tausend andere Dinge auf solch einer schwimmenden Kleinstadt normal. All das belastet Umwelt, Wasser, Atmosphäre und das Klima generell. „Auf hoher See gelten andere Umweltgesetze als an Land“ bestätigen Kenner der Szene.

Und von diesen „Dreckdampfern“ schwimmen Tausende durch die Weltgeschichte und pusten Unmengen von CO2 in den Himmel!

Nach neuesten Erkenntnissen gibt’s angeblich nur ein einziges Schiff, das nicht zu den Dreckspatzen der Branche gehört und das ist die AIDA NOVA – die durchpflügt die Meere immerhin mit flüssigem Erdgas!

Zumindest ein Kriterium, was positiv ist – aber alle anderen Faktoren bleiben!

05.08.2019