„Das passt nicht mehr in unsere Zeit“

Die Spiele können beginnen, aber bitte ohne die knackigen Cheerleader-Girls, erklärte Geschäftsführer Marco Baldi von Alba Berlin: „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt.“

Dass ein Verein wie Alba sich neu orientieren will – vielleicht sogar muss – kann nicht verkehrt sein. Dass bei diesen Überlegungen irgendwas auf der Strecke bleibt, lässt sich vermutlich nicht vermeiden. Möglicherweise ist es sogar richtig und wichtig, die Alba Dancers über die Klinge springen zu lassen.

Doch wer die Kombination solcher Worte wählt, sollte selbst über den Sprung über die Klinge nachdenken, wenn nicht sogar dazu aufgefordert werden!

Was bildet sich dieses „Dreibein“ – so würde es Gaby Köster ausdrücken – eigentlich ein? Mich würde es doch sehr freuen, wenn dem Marco Baldi in den nächsten Tagen mal Alice Schwarzer über die Füße springen würde und vielleicht noch die eine oder andere Tausend-Prozent-Emanze.

Die könnten ihm dann klar und unmissverständlich deutlich ihre Interpretationen seiner Aussage verkasematuckeln.

Aber gilt dann nicht auch gleiches Recht für alle? Männer und Frauen sind immerhin gleichberechtigt. Na und wenn Frau auf Baldi-Art „aussortiert“ werden, dann darf man doch sicherlich mit dem starken Geschlecht ebenso umgehen.

Also mir würde schon der eine oder andere Typ einfallen, der nicht mehr in unsere Zeit passt. Zwar steht auf diese Liste kein einziger Cheerleader, aber so manch einer, der liebend gern und regelmäßig aus der Reihe tanzt!

Und warum fällt mir jetzt Horst Seehofer ein…?

Ach ja, der hat sich mit den Basketball-Kerlen in Verbindung gesetzt. Darf er – er ist schließlich nicht nur Innenminister, sondern auch für Sportliches zuständig. Jedenfalls hat er den Leuten von Alba den albernen Vorschlag unterbreitet, eine Cheerleader-Truppe aus beiden Geschlechtern zusammenzustellen.

Die könnten dann als gemischtes Hupfdohlen-Ballett bei Alba Fans fürs Vorspiel und die Pausenunterhaltung sorgen.

So sicher wie das Amen in der Kirche dürfte nun allerdings auch sein, dass dieses Thema in den Humba-humba-tätärä-Hochburgen unseres Landes heiß diskutiert wird, zumal dort die fünfte Jahreszeit vor der Tür steht. Das wird alle Jecken, Narren und Närrinnen bestimmt brennend interessieren!

Und hoffentlich informiert der Seehofer – aus rein sportlichen Gründen natürlich – auch seine Kollegin AKK über den aktuellen Stand der Cheerleader-Nummer.

Sonst steht die irgendwann in der Bütt, hält wieder eine Klo-Rede und hat womöglich den Schuss nicht gehört….

29.09.2019