Von Menschen und Mäusen

Mäuse sind nicht grundsätzlich von der Hand zu weisen, weder die, die in der Geldbörse oder im Klingelbeutel klimpern, noch die zirka 40 Arten der kleinen Nager, die in der Natur auch ihren Platz haben, um manchmal Ungeziefer zumeist allerdings Unkraut zu vertilgen.

Den Wert der Mäuse schätzt man besonders, wenn es sich um Zahlungsmittel handelt. Viele so genannte Mäuse im Portemonnaie – besser noch auf dem Bankkonto – beruhigen ungemein, sagt der Volksmund. Banken zahlen aber nichts fürs Geld, denn Zinsen sind seit langem schon ausgesprochen niedrig und kaum der Rede wert. Man kann seine Mäuse allerdings auch in Aktien, Pfandbriefen, Immobilien anlegen, unter das Kopfkissen packen oder im Wäscheschrank stapeln. Das sind Verstecke, die übrigens auch Einbrecher bevorzugen, wenn sie auf Beutezug sind.

Viele bringen ihre Spargroschen ins Ausland in der Hoffnung, dort mögen sie sich mehren und das nicht zu knapp. Der eine oder andere hofft sogar, dabei dem deutschen Fiskus zu entgehen. Die Top fünf Steuerparadiese sind derzeit Singapur, die Cayman Inseln, Hongkong, Luxemburg und die Schweiz. Wo es die besten Erträge fürs Ersparte gibt und wie sicher es dort aufgehoben und angelegt ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Für mein Erspartes wäre eine dieser Steueroasen nicht lohnenswert und schon für den Flug dahin ginge schon ein Teil des Spargroschens drauf. Drum gilt mein Motto: Bleibe im Lande und nähre dich redlich!

Aber mal ehrlich, bei diesem Thema kommen uns doch gleich die vielen Steuersünder und Steuerhinterzieher in den Sinn und letztlich auch Promis wie Alice Schwarzer und Uli Hoeness. Frau „Emma“ Saubermann mit dem erhobenen Zeigefinder und der Bayerische Fußballer, Zocker, Wohltäter, Manager und Wurstfabrikant! Die Lady hat sich beim Fiskus längst ehrlich gemacht und hält derzeit ihre sonst so muntere Klappe, während der alpenländische Tausendsassa noch löhnen und in Landsberg einsitzen muss. Beide Fälle brachten den Talkshows Einschaltquoten, Zeitungen und Zeitschriften erhöhte Auflagenstärke und Finanzämtern bundesweit viele Selbstanzeigen.

Hingegen besuchen die vierbeinigen Erdenbewohner keine Talkshows, weder als Zuschauer noch als Gäste. Diese Mäuse mit vier Beinen, Fell und langem Schwanz können aber schnell zu Plagegeistern werden. Zu den Arten gehören Feld-, Haus-, Spitz-, Wühlmäuse und viele andere. Die Populationen sind immens, besonders nach einem milden Winter, wie dem letzten, sagen Kenner der Szene.

Einige dieser Spezies haben es sich auf unserer Terrasse und im Garten gemütlich gemacht. Ziemlich frech sind die kleinen Biester, sie stiefeln fröhlich im Gänsemarsch an uns vorbei und scheinbar stört es sie überhaupt nicht, dass es uns gibt. Menschenscheu sind sie nicht und Schreckhaftigkeit gehört auch nicht zu ihren dominanten Eigenschaften. Damit unser Terrain nicht ganz in Mäusehand gerät, füttern wir sie von Zeit zu Zeit mit kleinen pinkfarbenen Körnern, die einzig und allein für sie bestimmt sind. Andere Terrassenbesucher interessieren sich kein bisschen für diese Leckerlis.

Noch vor ein paar Jahren konnten wir uns diese Investition verkneifen, denn da lebten zwei stattliche Katzen in der Nachbarschaft. Die eine weiß, alt, dick und träge. Die andere ein goldgelb gestreifter frecher Kater, der der Dame manchmal zeigte, wer die Hosen an hat. Da flogen schon mal ordentlich die Fetzen und man brauchte nicht viel Fantasie, um zu erahnen, was da im Gebüsch lautstark ablief. Für diese beiden Gäste war unser Garten sowas wie McDonalds und so manch eine Hauptmahlzeit und der eine oder andere Snack zwischendurch wurde hier verzehrt und hielt uns die Mäuse massiv von der Terrasse. Das ist aber leider längst vorbei, beide Katzen haben das Revier gewechselt, die Mäuse wieder freie Bahn und wir frische Körner im umgedrehten Schraubglasdeckel zwischen Blumentöpfen versteckt.

Abschließend noch zwei Aktualitäten:

Gestern schrieb meine Bank einen langen Brief und teilte mir mit, dass sie leider die Zinsen für den Spargroschen senken müsse. Aus gegebenem Anlass natürlich und bedauerlicherweise!

Das Erfreuliche am gestrigen Tag war aber auch, dass eine stinknormal getigerte Katze durch die Büsche schlich und vielleicht war sie informativ unterwegs. Kann doch sein, dass sie zukünftig hin und wieder mal einen kleinen Imbiss in unserem Gartenlokal zu sich nehmen möchte.

 

 

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