Tigis Waschtag

Schaffen Sie sich bloß kein Haustier an und schon gar nicht so eines, wie uns zugelaufen ist!  

Heute komme ich vom Einkaufen zurück, Großeinkauf für uns und eine Menge Extras inklusive Hygieneartel. Also ich komme bepackt wie ein Esel nach Hause und in der Küche sitzt Tigi, hört laute Musik, mampft Erdbeeren und versucht sich im Schälen einer Ananas. Eigentlich sollte ich zum Hörer greifen und mit unserer Putzfrau einen außerplanmäßigen Termin verabreden. Doch zunächst rutschen mir die Tüten und Taschen aus den Händen und ich höre mich einen gellenden Schrei ausstoßen: Tigi, was machst du da? Waschen und essen, lautet seine Antwort und seine bernsteinfarbenen Kulleraugen sehen mich fröhlich an.

Jetzt fällt mir erst auf, was der Bursche anhat. Er trägt ein rotes T-Shirt, hellblaue Boxershorts und graue Söckchen. Alles von einem Mann! Sein Fell steckt da drin – und da zeigt er auf die Waschmaschine, aus der schon Schaum quillt. Und warum ist der Geschirrspüler an, frage ich. Ah ja, da werden gerade seine Legosteine, sein Buddelzeug, seine Schwimmflügel, die Taucherbrille und andere Utensilien gewaschen. Schließlich sollte er sein Zimmer aufräumen und da gehört das eben dazu. Wenn schon, denn schon lautet seine Devise. 

Gerade will ich wieder zum Auto gehen, um die restlichen Einkäufe zu holen, als es an der Tür klingelt. Draußen stehen Leo, Herr Grabowski mit seiner Maulwurffamilie und ein langbeiniger, rotbrauner Jagdhund, der als erster durch den Flur in die Küche rast.

Was um Himmels willen wollen die denn alle hier, Tigi?

Ich habe sie zum Vanillepuddingessen mit Erdbeeren eingeladen. Die Erdbeeren, die im Kühlschrank waren, habe ich gekostet und aufgegessen. Hast ja bestimmt neue mitgebracht – oder? Kannst du die bitte reinholen, meine Freunde will ich nicht so lange warten lassen.

Wer ist denn eigentlich der Riesenköter, woher kennst du den denn und seit wann?

Ach so, der. Das ist Freddy, der wohnt in der übernächsten Querstraße und sein Beruf ist Wachhund. Eigentlich hat Gerda ihn kennengelernt, neulich an der Currywurstbude, da hinten an der Hauptstraße. Da hat der so rumgebettelt und das fand Gerda voll daneben, hat mich angerufen, na und so sind wir uns begegnet.

Und warum heißt der Freddy? Ist doch kein Name für nen Wachhund!

Na weil er so schön jaulen kann. Er kann alle Lieder von Freddy Quinn auswendig jaulen. Ist das nicht großartig? Sowas kann nun wirklich nicht jeder. Gleich wird er uns eine Kostprobe geben! Kannst auch gerne zuhören …

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