Tigi & Co. im Zoo

Die riesengroße schwarze Stretch-Limousine parkt vor dem Elefantenhaus und ein Chauffeur in Uniform und weißen Handschuhen steht wartend davor. Kein Stäubchen darf sich auf dem polierten Auto festsetzen, sofort ist er zur Stelle und wedelt es mit seinem regenbogenfarbenen Staubwedel weg. Im Auto ist die Temperatur bei angenehmen 20 Grad und in der Bordbar warten kaltes Wasser, Limo und diverse Säfte auf Tigi, Leo, Karl und Emil. Die haben im Berliner Zoo übernachtet und sich von ihrem spontanen Folklore-Konzert auf der Bühne der Fanmeile erholt.

Gerda ist vom Familienbesuch auch zurück, liegt im Auto auf dem Beifahrersitz und macht ein kleines Nickerchen. Familientreffen stressen sie immer wahnsinnig und besonders die gemeinsamen Mahlzeiten, wenn alle beim Körnerpicken mit vollem Schnabel reden! Zum Glück trifft sie diese Großstadtbagage nicht oft, aber dafür haben es die drei- viermal pro Jahr dann in sich. Jedenfalls ist sie total happy, wenn sie sich von der Neuköllner Sippe und den prolligen Freunden wieder verabschieden und erholen kann.

Doch wo sind Tigi, die Krokos und Leo?

Die haben bei den Seelöwen geduscht, im Affenhaus Obst, Gemüse und Früchtetee gefrühstückt und jetzt geben sie Autogramme an Kollegen im Zoo, die von ihrem gloriosen Musikauftritt gestern auf der Fanmeile gehört haben, erfährt Gerda vom Chauffeur. Ach ja stimmt, hat sie doch in der Abendschau vom rbb gesehen!

Und Leo ist mal fix mit nem Taxi zu Udo Walz, um sich fürs Fernsehen und die bevorstehende Fotosession stylen zu lassen – na ja, der Bursche ist eben ein eitler Fatzke!

Eine ganze Weile später kommen dann die Vier anspaziert, und zwar mit einem großen Gefolge unterschiedlichster Tiere und noch größerem Gejohle und das alles begleitet von Kameras und Mikrofonen. Diverse Medien wollen natürlich direkt mit den Newcomern der musikalischen Folkloreszene sprechen, Filme drehen und über sie schreiben.

Den vier Freunden fragt man Löcher in den Bauch, die Journalisten wollen die unmöglichsten Dinge von ihnen wissen:

Tigi, wie bist du zum Flötenspiel gekommen?

Warum kennt man als Nilkrokodil deutsche Volkslieder?

Wie kommt man als Nilkrokodil nach Bremen und dann noch dauerhaft? Da gibt es doch nicht mal einen Zoo!

Und Leo, wer ist dein Hairstylist? Benutzt die Sorte Haarspray die Uschi von der Leyen auch nimmt?

Wie seid ihr nach Berlin gekommen und wer hat euch für die Fanmeile angeheuert?

Seit wann gibt es euer Quartett? Habt ihr schon Alben aufgenommen?

Ist es für Tiere wie euch nicht ungewöhnlich, Fußballfans zu sein?

Wo übernachtet ihr denn, wie lange bleibt ihr noch in Berlin?

1000 Fragen, lange Interviews, viele Fotos! Neue Verabredungen und jede Menge Visitenkarten, dann ist Schluss!

Endlich – alle lümmeln in der Limousine, trinken Saft, knabbern Chips und nehmen noch eine Mütze voll Schlaf, bevor sie müde zuhause aus dem Auto krabbeln. Leo schleppt sich müde in sein Bett, Karl und Emil schlafen auf dem Rasen im Garten und Tigi grinst im Schlaf. Bestimmt träumt er von einer großen Gesangskarriere, die ihm und seinen Freunden bevorsteht.

 

 

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