Auch Schutzengel machen Pause

Unfall beim Skilaufen und nicht beim Autorennen. Den siebenfachen Formel-1-Weltmeister, Michael Schumacher, hat es schlimm erwischt. Ein böser Sturz beim Skilaufen in der Schweiz. Nun liegt er mit einem Schädelhirntrauma im Krankenhaus im Koma. Seine Familie, Wegbegleiter, Freunde und Fans auf der ganzen Welt bangen um ihn und sein Leben.

Heute ist sein fünfundvierzigster Geburtstag und nix ist mit Feiern und Fröhlichsein. Alle Welt wünscht ihm, er möge den Kampf seines Lebens gewinnen!

Sicherlich haben solche Weltstars wie Schumi auch Schutzengel. Bestimmt ein ganzes Bataillon. Guardian Angel bei Schumi zu sein heißt: immer hart am Limit, immer rasantes Tempo, immer auf der Überholspur und das ist auch für geflügelte Aufpasser eine echte Herausforderung.

Viele von diesen wichtigen Alltagsbegleitern hat Schumi vermutlich schon aufgebraucht, verschlissen. Eventuell haben schon einige von ihnen um Versetzung gebeten, sind im Burn-Out gelandet und schlimmstenfalls in den vorzeitigen Ruhestand getreten. Denn schließlich hat ein Schutzengel auch nur ein Nervenkostüm, das bedingt belastbar ist und er ist diesbezüglich auch nur ein Mensch. Schumis Engelchen sind möglicherweise schon öfter mal zur Kur oder in den Urlaub gefahren, legten einen längeren Boxenstopp ein, haben sich regeneriert, um wieder absolut fit für den Alltag mit ihrem Herrn und Meister zu sein.

Im Frühjahr 2011 haben die Schutzengel bestimmt aufgeatmet, als Michael Schumacher seinen Rücktritt vom aktiven Rennfahrerleben bekannt gab. Aber weder entlassen wurden sie noch sind sie berentet worden. DER da oben hat gemeint, das Schutzengelgeschwader bleibt an seiner Seite! Allerdings sollen sie ab sofort nur noch regulären Dienst leisten, nämlich den, den Schutzengel tagtäglich für Menschen leisten.

Schutzengel passen auf, dass wir auf der Straße nicht angefahren werden, beim Schwimmen nicht ertrinken, uns kein Dachziegel auf den Kopf fällt, das Flugzeug nicht abstürzt, in dem wir fliegen und dass uns niemand ins Auto fährt und verletzt –  uns eben nichts Schlimmes zustößt. Kurzum achten sie darauf, dass wir gut und sicher durch den Tag kommen und nachts keinen Herzinfarkt erleiden – nach Möglichkeit durch alle Tage und Nächte unseres Lebens kommen.

Wie konnte bloß dieser Unfall passieren, der jetzt Michael Schumacher niedergestreckt hat? War sein Schutzengel etwa auf dem Klo, oder gar unaufmerksam? Hat er womöglich anderen Skihaserln beim Fahren zugesehen oder ein Nickerchen gemacht? Was weiß man schon von Schutzengeln und wie sie funktionieren? Handeln sie auf Befehl von oben, also von ganz oben? Hat ER ihn abberufen und wenn ja, warum? Das werden wir wohl niemals erfahren, wir sind eben nur Menschen.

Jeder von uns hofft, dass er einen Schutzengel an seiner Seite hat, der auf ihn aufpasst, ihn behütet und der niemals Pause macht oder abberufen wird. Am besten wäre, wenn unser persönlicher Schutzengel kein Rheuma bekommt, gut zu Fuß ist, nicht unter Migräne leidet, keinen flotten Otto hat,  immer am richtigen Ort, zur richtigen Zeit neben uns ist und uns behütet. Das wünschen wir uns wohl alle – oder?

03. Januar 2014

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