Tigi, der Kühlschrank und Mon Cheri

Kennen Sie das Lied von Reinhard Mey: „Es gibt Tage, da wünscht‘ ich ich wär‘ mein Hund…..dann hätte ich nur zwei Interessen: erstens schlafen und zweitens fressen!“ Wenn ich diesen Text höre, fällt mir sofort unser Tigi ein. Aber warum nur? Schließlich ist Tigi doch kein Hund!  Ob es wohl damit zu tun hat, dass sich ein Haustier in der Regel bedienen lässt? Weder muss es waschen noch putzen, kochen oder bügeln, nie den Geschirrspüler ein- noch ausräumen, keine Wäsche aufhängen, keinen Staub saugen, nicht einkaufen und schwere Tüten schleppen schon gar nicht. Reinhard Mey sieht seinen einzigen Vorteil gegenüber seinem Hund nur darin, dass der Vierbeiner die Kühlschranktür nicht selbst öffnen kann.

Okay, mit unserem Tigi ist es dann doch schon ein wenig anders. Manchmal geht er auch einkaufen. Allerdings nicht für uns, dafür aber irgendwelche Kinkerlitzchen für sich und seine Freunde. Und dann auch nur mit meinem Portemonnaie. Mein Mann ist knallhart, der gibt ihm kein Bares und schon gar keine Kreditkarte. Da hat er Bammel, dass Tigi mit dem Plastik was kauft, was völlig daneben ist.

Sind Ihnen die lustigen Erdbeer- und Spargelverkaufshäuschen mit dem Erdbeerdach, im Frühjahr auf den Straßen ein Begriff? Genau so ein Häuschen wünscht sich Tigi. Er würde es dann in den Garten stellen und mit seinen Kumpels Kaufmannsladen spielen.

Die Spielzeugabteilung von Karstadt zieht ihn ebenfalls magisch an und wenn Tigi da so einkaufen könnte, wie er wollte, dann hätte Mister Nicolas Berggruen um den einen oder anderen Euro reicher.

Sie sollten mal mit Tigi durch Fußgängerzonen spazieren. Aber vorher holen Sie bitte noch Geld aus dem Bankautomaten Ihres Vertrauens und das nicht zu knapp. Tigi neigt nämlich zu rührenden Spendenaktionen an Bettler und Straßenmusiker, vornämlich mit Migrationshintergrund, weil die so schöne fremdländische Lieder spielen und singen. Besonders angetan haben es ihm die russischen Balalaikaspieler, da könnte er stundenlang zuhören und dicke Krokodiltränen heulen. Sein Taschengeld nimmt er für diese Zwecke selbstverständlich nicht in die Hand, das stapelt er lieber auf seinem Bankkonto und überprüft täglich die Wachstumsrate per Internet.

Manchmal hilft er allerdings dann im Haushalt. Dann backt Tigi Kuchen und die Küche sieht hinterher aus, als hätten böse Menschen einen Anschlag verübt. Nicht selten fragen wir uns dann: Lohnt sich das Saubermachen noch oder sollen wir gleich renovieren? Tigis Kuchen sind übrigens erste Sahne und seine Kekse erfreuen sich überall größter Beliebtheit und das nicht nur zur Weihnachtszeit sondern ganzjährig bei Mensch und Tier. Neuerdings hat er auch weiche Hundekuchen im Programm. Die sind dann meistens für Freddy, dem großen braunen Seemannslieder singenden Wachhund, der nicht mehr so gut beißen kann.

Was unseren Tigi definitiv von Reinhard Mey’s Vierbeiner unterscheidet ist die Tatsache, dass unsere Riesenkatze die Kühlschranktür alleine öffnen kann. Besonders oft von ungefähr Mitte September bis etwa Ende Mai. Denn zu dieser Zeit liegen nämlich die Köstlichkeiten von Ferrero in der Kühlung. Überwiegend Mon Cheri Kirschen, die wir sehr gerne essen und Tigi auch. Eigentlich streitet er immer ab, dass er eine Naschkatze ist, aber wir sind ihm mittlerweile auf die Schliche gekommen. Er bastelt sich nämlich vom roten Einwickelpapier einen wunderschönen Papierdrachen, den er dann beim Drachenfest in Lemwerder hoch in die Lüfte steigen lässt.

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